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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 4)

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Aus früher Zeit stammt auch ein 
von Theodore M. Davis geliehener 
Teppich, sowie einer, der dem Metro- 
politan Museum gehört. 
Der Davis'sche Teppich ist den 
vorher beschriebenen ähnlich, nur hat 
er keine Tiermotive. In der Stilisierung 
der Blumen undBlätter und in der Farbe 
ist er aber den Teppichen mit Drachen- 
motiven verwandt. 
Diesen gleicht in der Färbung auch 
ein Teppich, der dem Museum gehört. 
In den Ecken sind hier verschiedene 
Tiermotive verwendet; die Mitte nimmt 
ein Stern ein. Nach den Langseiten 
spitz zulaufende Bänder sind scharlach- 
und dunkelrot, violett und gelb. Das 
Arrangement ist schön zentralisiert, 
aber doch noch unsymmetrisch. 
Ein gut erhaltener Teppich mit 
unregelmäßigem sternförmigen Dekor 
auf mattgrünem Grunde (Abb. 2) wirkt 
sehr vornehm. Er kommt aus dem 
Besitz von Joseph Lee Williams und 
dürfte aus dem XVI. Jahrhundert stam- 
men. Dieser Teppich ist viel heller, als 
die Abbildung vermuten läßt. Blau, rot 
und gelb sind die Hauptfarben des 
Dekors sowie der Bordüre, die aus 
stilisierten Distelblättern besteht. Die 
äußerste Umrahmung zeigt S-Formen. 
Der Teppich, der aus Wolle hergestellt 
wurde, ist über fünf Fuß lang und über 
drei Fuß breit. Eine ähnliche Arbeit 
ist in den Ufiizien in Florenz auf 
einem Gemälde von Memling aus 
dem Jahre 1480 abgebildet. Be- 
kanntlich hat diese Art von Teppichen, 
die aus dem östlichen Kleinasien kom- 
men, den Namen Holbein-Teppiche er- 
halten, weil auf dem berühmten Hol- 
beinschen Gemälde im Darmstädter 
Museum ein besonders schönes Exem- 
Abb. I. Teppich mit Drachenmoüv, Armenien, XVI. 
bis XVII. ]ahrhundert (Sammlung C. T. Williams) 
plar dieser Gattung abgebildet ist. Auch auf andern Gemälden, besonders 
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