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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 4)

Viereck, das ein Oktogon einschließt. Oblonge Formen sind an jedem Ende 
angebracht. Das Oktogon enthält Sterne in Moosgrün und ein Medaillen, 
das aus acht kleinen blauen Kreisen besteht. Die Ecken füllen kleine 
Quadrate mit Palmetten aus. In den oblongen Flächen sind parallele Reihen 
von Bäumen und Büschen angebracht. Die Borte besteht aus oblongen 
und runden Kartuschen in Stahlblau, Moosgrün, Gelb und Kirschrot. Der 
Teppich soll aus dem Jahre 1500 stammen. 
Ein anderer syrischer Teppich, der ungefähr ein Jahrhundert jünger 
sein dürfte, rührt aus der Clarkschen Sammlung her; er ist von runder 
Form. 
Aus der Williams-Sammlung sind auch mehrere der frühesten persischen 
Teppiche ausgestellt. Einer davon soll schon um das Jahr 1350 gewoben 
worden sein. Er zeigt Palmetten, in archaischer Weise entworfen. Dieser 
Teppich ist einem Fragment im Berliner Kaiser Friedrich-Museum sehr 
ähnlich. 
Ein anderer persischer Teppich der Williams-Sammlung, der früher im 
Besitze von J. Böhler in München war, soll schon vom Jahre 1400 datieren. 
Wie aber Dr. F. Sarre in einem Berichte der königlichen Museen, Berlin 
1909, mitteilt, ist er zu Anfang des XVI. Jahrhunderts verfertigt worden. Der 
Teppich, der auf dunkelrotem Grund blühende Bäume, Zypressen und 
Palmetten sowie eine reiche Blumenbordüre auf blauem Grund aufweist, 
ist in Martins Werk (Fig. 84) abgebildet. 
Ein sehr interessanter Teppich, den das Metropolitan Museum aus der 
Yerkes-Sammlung erworben hat, zeigt große abgerundete Oktogone, in 
denen auf blauem Grund ein Kampf zwischen einem Drachen und einem 
Phönix dargestellt ist. ' 
Diese Oktogone sind von kleinen, wappenartigen Medaillons in Rot 
und Blau umgeben, die mit chinesischen Enten und Arabesken geschmückt 
sind. Andere Medaillons, die wieder die Wappenschilder verbinden, haben 
auf blauem Grund laufende Löwen. 
Die Grundfarbe des Teppichs ist weiß. Außer dem Hauptschmuck, den 
Medaillons und Wappenschildern ziehen sich noch Wolkenbänder und 
Blumengewinde über den Grund. 
In der breiten Bordüre mit rotem Grunde wiederholen sich die ver- 
schiedenen Motive. Der Teppich ist aus Wolle; er ist über sechzehn Fuß 
lang und über elf Fuß breit. 
Diesem ziemlich gleich ist ein Teppich im Museum von Lyon; auch die 
Gräfin Clam-Gallas in Wien besitzt einen Teppich, der ähnlich in der 
Zeichnung ist. 
Zur Yerkes-Sammlung gehörte auch ein schöner Teppich, den das 
Metropolitan Museum erwarb. Er kommt aus der Ardebil-Moschee und 
zeigt nordpersische Weberei. Er dürfte um das Jahr 1530 gemacht worden 
sein. Seine Verzierung bringt auf dunkelrotem Grund einen Löwen und 
einen Schakal, die einen chinesischen Hirsch anfallen. Den weiteren
	        

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