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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 5)

gemeinernde Kreuzschleppung 
(„Das Kreuz derMenschheit"); 
in Theodor Stundls Phantasie 
sind Wolken als weibliche Kör- 
per erschienen, und so werden 
sie im Geschmack der Barocke 
wirksam aufgebaut. Den gan- 
zen der Skulptur gewidmeten 
Saal beherrscht eine nicht bloß 
große, sondern echt monu- 
mentale Schöpfung von Karl 
Wollek; er hat Wieland den 
Schmied als germanischen 
Recken gebildet, die Flügel an 
die Arme geschnallt und zum 
Aufflug bereit. So wird diese 
Gestalt als Verkörperung ide- 
alen Strebens vor der neuen 
Kunsthalle in Briinn bedeut- 
sam stehen. 
EZESSION. Mit nicht 
weniger als zwanzig Ge- 
mälden von Alfred Philippe Wappenscheibe, datiert x57: (Österreichisches Museum) 
Roll empfängt einen diesmal 
die Frühjahrsausstellung, die hiemit auf die erste Ausstellung der Vereinigung zurück- 
deutet; denn sie schon hatte 
eine geschlossene Reihe von 
Werken dieses Pariser Künst- 
lers gebracht, den man später- 
hin auch als Bildhauer kennen 
lernte. jetzt gewinnt man einen 
Überblick über seine Entwick- 
lung, obwohl keine der großen 
Massendarstellungen sozialen 
Charakters da ist, die sich in 
epischer Ausführlichkeit er- 
gehen und Roll als Bericht- 
erstatter der zeitgenössischen 
Geschichte zeigen. Anklänge 
an Manet finden sich in der 
„Dame aux coquelicots", wer- 
den aber bald von einem hand- 
festen Realismus abgelöst, für 
den die prall glänzende Kuh 
auf dem großen „En Norman- 
die" und einige spätere, bald 
grausam veristische, bald ele- 
gante Bilder Zeugnis ablegen. 
Die bare Virtuosität tritt in 
weiblichen Akten zutage, die 
Scheibe mit Allianzwappen, datiert 1577 (Österreichisches Museum) mit symbolischen Titeln ver- 
 

	        

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