MAK

Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 5)

Materials benutzend sind nicht die meisternatten ueroronzen von uarwig una der MaJonka- 
putto von Powolny; und ein breit ausgreifendes Erfassen der Form bekundet einer der 
Werdenden, Arpad Muhrmann, in seiner Halbtigur „Verbannungß Ähnliches ist bei den 
Graphikem zu beobachten. Franz Simon (Paris), der Virtuosesten einer, läBt sich nicht 
verleiten. seine farbigen Radierungen ins Übermäßige auszudehnen, obwohl ihn sein 
Können dazuwohl befähigte, wie seine Ölbilder beweisen; dasselbe gilt von Ferdinand Michl, 
der zweimal den „Jahrmarkt in Eger" als Motiv gewählt hat. Hier sind noch die Radierun- 
gen von Stretti-Zamponi, die im Strich so sicheren Studien des Mosaikspezialisten Forstner 
und die allerhand Einfälle Laskes zu erwähnen. Phantasie entwickelt der in München an- 
sässige Prager Fer- 
dinand Staeger bis 
zum Übermaß; mag 
er auch stilistisch 
vielerlei Reminis- 
zenzen wecken, im 
ganzen genommen 
haben seine bald 
satirisch, bald sen- 
timental gestimm- 
ten Blätter doch 
ein eigenes Gesicht. 
Die Architektur ist 
auf der Ausstellung 
durch Photographien 
schaffen gehabt, die 
so verschieden in 
ihren Tendenzen 
sind. In den bekann- 
ten Bahnen zeigen 
sich August Roth, 
W. S. HampeLAdolf 
Groß, Hugo Baar 
mit einem winter- 
liche Fernsichten er- 
öffnenden „Abend- 
frieden",]osefBeyer 
und G. Bamberger 
in ihren heimat- 
lichen Landschaften, 
von Familienhau- 
sem vertreten, die 
Alfred Keller ge- 
radezu einladend 
schlicht, den ver- 
schiedenen Land- 
sehr originell Leo- 
pold Blauensteiner, 
mit kleinen Natur- 
ausschnitten und 
Studien D. V. Krä- 
mer und A. Bleich- 
schaftscharakteren steiner, der nie um 
angepaßggebauthat. einen bizarr dekora- 
Kellerhat Raum und tiven Porträteinfall 
 
Rahmen für die verlegeneGino Parin 
vielen Malerwerke (München), die Pra- 
der Ausstellung zu ger Honsa und Kal- 
voda, ferner Sichulski (Krakau) in seinen Entwürfen für Glasfenster, Uprka mit einer 
farbenfrohen Supraporte, Ferdinand Dorsch (Dresden) in einem etwas schwerflüssig 
tonigen „Ball", und nicht zu vergessen sind die immer fesselnden Holzintarsien des Grafen 
Herbert Schaffgotsch. Bemerkenswert ist es, wie vielfältig die Tendenz, einen Ausdruck 
für den dekorativen Stil zu finden, sich geltend macht. Zu einem einfältig tuenden Primiti- 
vismus der Zeichnung und der Farbe schraubt sich Jenö Remsey (Budapest) zurück, zeigt 
aber seine Gabe des Charakterisierens in zwei keck übertriebenen Ponräten. Wenzel I-Iablik 
(Weimar) sucht, bei dickfiüssiger Pinselführung, den Wellen des bewegten Meeres 
Ornamente abzugewinnen, originell genug. Darum, etwas Absonderliches ausfindig zu 
machen, ist es unseren heimischen Malern nicht zu tun. Sie gehen ruhig den Gang ihrer 
Entwicklung weiter und bringen dabei ihr Bestes hervor. Karl Huck betont in seinem 
großen Entwurf zu einem Freskogemälde „Der Krieg" streng die lineare Komposition und 
unterdrückt die Farbe, so fahl er sie auch abdämpft, nicht ganz. Zu typischer Geltung 
erhebt Otto Barth die I-Iochgebirgslandschaft und die Menschen, wenn er das „Morgengebet 
Ovale silberne Platte, graviert von Michael Le Blon 
(Österreichisches Museum) 
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