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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 5)

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so graviert, daß die vordere Hälfte des Kreuzes (Silber) hoch, die rückwärtige 
(Rot) vertieft gehalten ist (Abb. 2), eine Darstellungsweise, die vollkommen 
der alten heraldischen Übung, betreffend Metall und Farbe, in der Plastik 
entspricht. 
Im Siegel des Propstes Peter III. Maurer (1508-1545) erscheint als 
Siegelbild die Leiche des heiligen Florian, von Wasser umgeben, hinter ihr 
ein flugbereiter Adler und die Jahreszahl 1508, unter ihr ein Dreieckschildchen 
mit dem gespaltenen Kreuz. Dieses Siegelbild illustriert die Legende, die 
erzählt, daß der Leichnam des Heiligen von den Wellen der Enns, in der 
man den heiligen Florian ertränkt hatte, auf einen aus dem Flusse hervor- 
ragenden Stein getragen worden sei, worauf 
ein Adler herbeiflog, der den heiligen Leich- 
nam vor Entweihung und Beschädigung 
schützte. 
Der Adler tritt nun immer mehr und 
mehr in den Vordergrund. Er wird ent- 
weder direkt oben auf den Schildrand ge- 
setzt, so in einem Siegel des Propstes Vitus 
Widmann (1600- 1612) oder in einem 
eigenen Schild neben den Kreuzschild ge- 
stellt. Auch eine Teilung des Schildes mit 
dem Adler in der oberen Hälfte des Schildes V 
läßt sich nachweisen (Abb. 3). Unter Propst _ 1' ' h 
Matthias Gotter(1646-1666) verschwindet 
sogar das Kreuz, um dem Adler als alleinige 
Wappenfigur Platz zu machen. Wie gering 
das Verständnis für Heraldik in der ersten 
Hälfte des XIX. Jahrhunderts im allgemei- 
nen und sogar an einer Stätte gewesen war, 
die doch von jeher sich durch die Pflege 
der historischen Wissenschaft ganz beson- 
ders ausgezeichnet hatte, ist zum Beispiel aus dem Wappen des Propstes 
Michael II. Arneth (1823-1854) zu ersehen, in welchem der Kreuzschild 
mit dem aufgestellten Adler in einen ovalen, goldenen Rückenschild eingesetzt 
wurde. Der Kreuzschild wie auch der goldene Schild ist noch mit rot-silber- 
nen und schwarz-goldenen I-Ielmdecken versehen, obgleich weder der eine 
noch der andere einen Helm aufweist (Abb. 4). 
Auch die Tinkturen des Kreuzschildes wurden hier verkehrt placiert, 
eine Stellung, die in vielen Wappenbildern des Stiftes Sankt Florian zu 
bemerken ist, die aber trotz ihres häufigen und frühzeitigen Vorkommens 
als unrichtig bezeichnet werden muß. Hie und da findet man den Adler in 
einem silbernen Felde untergebracht, eine Tingierung, die der heraldischen 
Regel von Metall und Farbe weit besser entspricht als die Stellung des schwar- 
zen Adlers in einem roten Felde. Allerdings stoßt in diesem Falle das Silber 
 
 
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Abb. r. Reguliertes lateranensisches Chor- 
herrenstift Sankt Florian 
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