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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 6 und 7)

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Freilich ist dieser Zahnstocher sehr unpraktisch, denn weder ist die Biegung 
für den Gebrauch geschickt, noch entspricht die ansehnliche Dicke den be- 
rechtigten Anforderungen, die wir an einen Zahnstocher stellen. Aber 
zweierlei ist dabei zu bedenken. Der Zahnstocher spielte früher eine andere 
Rolle als heutzutage. Es gehörte schon im Altertum zu den täglichen Ge- 
Figur 89. Größe der Vorlage. Aus: Fuossel, E}: är i Sverge, Stockholm 1827, Tafel 3x 
pflogenheiten, morgens nach dem Aufstehen seine Zähne mit dem Zahn- 
stocher zu reinigen, er brauchte also wohl nicht durchaus zwischen die Zähne 
hindurchgesteckt zu werden wie bei uns, wo er einem etwas andern Zwecke 
dient; es genügte, wenn er halbtief in die Rillen zwischen den Zähnen ein- 
drang, und er konnte deshalb dicker sein. Auf einem, die Fußwaschung dar- 
stellenden flämischen Relief der Sammlung Figdor, Figur go, bedient sich 
der protzige Pharisäer zu diesem Zwecke sogar seines festen Tischmessers.
	        

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