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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 6 und 7)

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knaben und dem kleinen 
Johannes (Abb.2) ge- 
hört in dieselbe Richtung 
und Zeit. 
Außerordentlichwert- 
voll für die Wissenschaft 
sind die deutschen Pla- 
ketten Walchers wegen 
ihrer Menge und Viel- 
seitigkeit. Nicht allein 
die in andern Sammlun- 
gen und Museen befind- 
lichen Modelle und Serien 
nach und von Schwarz, 
Flötner, Peysser, H. L., 
L. D., Pencz, Beham, 
und nach italienischen 
Stichen und Güssen sind 
in ziemlicher Voll- 
ständigkeit vertreten, 
sondern auch zahlreiche 
bisher unbekannte Pla- 
ketten in Guß und 
Treibarbeit, die mancher- 
lei wichtige und er- 
wünschte Aufschlüsse 
geben, dann ganze Se- 
' ' '  er Abb. 2. Bronzeplakette, Madonna mit dem Kind und dem Johannes- 
n?" wie die e d knaben. Venezianisch, Ende des XVI. Jahrhunderts (Sammlung Alfred 
TYIOIIE, der Tugenden Walcher von Molthein) 
und Laster, eine Folge 
von Augsburger Passionstäfelchen etc. Allerlei aus benachbarten Grenz- 
gebieten hat Walcher ferner dazu gegeben, was wichtig ist, an Modeln und 
so weiter. 
An der Spitze stehen zwei Paxtäfelchen, süddeutsch, enger gesagt wohl 
fränkisch, jeweils mit der Darstellung der heiligen Veronika, das eine Mal 
nach Schongauers Stich ;"' die zweite ist hier abgebildet (Abb. 3). 
Eine thronende Madonna, umgeben von reizenden, spielenden Engeln, 
in starker Beeinflussung italienischer Vorbilder, aber doch ganz deutsch, 
voll knospender Frische der Empfindung, hat Voege mit glücklicher Hand 
in den engeren Schulkreis des Augsburger Meisters Hans Schwarz gerückt. 
Das Walchersche Exemplar steht nun als weiteres, bisher unbekanntes, neben 
den Güssen" in Paris, Berlin, London und Basel. Im Berliner Kunsthandel 
4' Ein anderes Exemplar abgebildet in der Zeitschrift für christliche Kunst, XXI, S. 250 ff. 
"" Voege, Die deutschen Bildwerke im Kaiser Friedrich-Museum, S. 25g.
	        

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