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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 8 und 9)

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rigkeiten. Der ursprünglichen 
Quelle des allgemeinen Wohl- 
standes, der Saline, war mit der 
Zeit doch starke Konkurrenz er- 
wachsen. Die Bedeutung der 
Hansa ging unter dem völligen 
Wechsel des Verkehrs unaufhalt- 
sam zurück, die städtischen 
Schuldenlasten waren enorm groß 
geworden, die Bürgerschaft, wie 
schon früher, wiederholt mit dem 
Regimente der aristokratischen 
Geschlechter in ernstem Wider- 
spruche. Dann kam der Dreißig- 
jährige Krieg, während dessen 
nicht nur ein großer Teil der 
Siedehäuser den Betrieb gänzlich 
einstellte, große Summen zur 
Abwendung von Plünderung und 
andern Gefahren aufgewendet 
werden mußten, sondern auch 
der völlige Sturz der alten, mit 
vielen Opfern aufgebauten Selb- 
ständigkeit sich vollzog. Die Ge- Abb. 30. Lüneburg, Giebelbildung vom Typus 1v 
schicke des Fürstentums waren 
fortan jene der Stadt, deren Bevölkerungsrückgang in der Mitte des XVIII. 
Jahrhunderts so stark war, daß dritthalbhundert Häuser leer standen. Der 
eigene große Handelsbetrieb hatte starke Einbuße erlitten. Infolge sehr ver- 
minderter Erträgnisse ging die Bedeutung der Sülze außerordentlich zurück. 
175g waren nur noch neun Sülfmeister tätig, die ihre liebe Not hatten, auf 
die Kosten zu kommen. Wohl gab der nie ganz stillgestandene Transithandel 
dem Gemeinwesen auch in den Zeiten des Verfalles noch immer eine gewisse 
Bedeutung, der Bürgerschaft Verdienst, ja einmal schien, kurze Zeit freilich 
nur, ein erneuter Aufschwung sich anbahnen zu wollen, als infolge der Sperrung 
anderer wichtiger Einfuhrlinien nach Deutschland Hamburgs Handel gewaltig 
in die Höhe ging, die von dort ausstrahlenden Handelsstraßen eine sehr 
starke Verkehrssteigerung erfuhren. Damals - im jahre X800 - sollen 
täglich am Lüneburger Kaufhause mit den per Schiff auf der Ilmenau ein- 
laufenden Gütern hundert Lastwagen bepackt worden sein. Dieser erneute 
Aufschwung hielt indes nicht lange an. Für die Verbesserung der Wege 
durch die Heide war gar nichts geschehen. Napoleon baute die erste eigent- 
liche Straße. In der Stadt selbst amtierte ein Verwaltungsapparat, ebenso 
umfänglich als epigonenhaft schwerfällig. - Die späteren Zeiten, ihre poli- 
tischen und merkantilen Einflüsse kommen hier nicht weiter in Betracht. 

	        

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