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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 8 und 9)

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zweifellos besaßen. Die aus eichenen, nicht immer absolut winkelrecht 
behauenen Balken bestehenden Decken waren, wenn nicht eine Verschalung 
mit feineren Gliederungen sich darüberlegte, wohl meist farbig gestrichen 
oder auch bemalt. Das Archiv gibt eine Idee von der Ungeschlachtheit dieser 
Schrnuckweise. Die far- 
bige Decke des großen 
Rathaussaales (Abb. 58) 
mag auch in manchem 
reichen Patrizierhause 
Nachahmung gefunden 
haben. Jetzt ist in den 
Häusern alles weiß ge- 
tüncht. Daß auch die 
Wände ornamentalen 
oderüguralenSchmuck 
trugen, zeigte sich ver- 
schiedentlich beim Ab- 
bruch. An dem riesigen 
Fenster der Diele des 
Propsteihauses von 
Kloster I-Ieiligenthal 
(Abb. 15) sind noch 
jetzt allerlei Zierteile 
vorhanden. Weiter 
mag der rote, in ein- 
facherern oder reiche- 
rern Muster gelegte 
Plattenboden, die frü- 
her sichtbare wech- 
selnde Anordnung der 
Backsteinschichtung 
im Fachwerke der 
Wände, die Behand- 
lung der Türen (eine 
solche mit Faltwerk- 
Schnitzefgi imMuseum) Abb. 55. Rathaus zu Lüneburg, schmiedeeisernes Gitter beim Eingang zum 
ehemaligen „Gewandhaus" (Verkaufstellen für Gewandschneider), ausgeführt 
und somanches andere, m, Hans Rüge , 576 
was jetzt aus dem frü- 
heren Zusammenhange" losgelöst nur noch als Fragment existiert, in Wirkung 
getreten sein. Daß, dem Wesen der reichen Kaufherrenstadt entsprechend, 
in manchem Hause, zumal in der Renaissance, luxuriöse Innenausstattungen 
sich fanden, ist so gut wie selbstverständlich. Da und dort erinnert noch eine 
Stuccodecke mit derb reliei-ierten tiguralen Darstellungen, ein Holzplafond 
und anderes an die Zeit der Blüte. Imitationen von Intarsia in bedrucktem
	        

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