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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 8 und 9)

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haust" trug, errichtete Kaufhaus, hinter dessen nach italienischen Vorbildern 
mit Doppelpilasterstellungen gegliederter Fassade man weit eher ein Kirchen- 
interieur als eine dern Merkur geweihte Stätte suchen würde. Dicht dabei 
steht der noch aus dem Mittelalter herrührende, durch seinen Belag mit kräftig 
grün oxydiertem Kupfer sehr malerisch wirkende Kran. Fr. Krüger bezeichnet 
die maschinelle 
Einrichtung (Autor 
dieses Aufsatzes 
hat sie nicht gese- 
hen) als ein „Mu- 
sterwerk mittel- 
alterlicher Inge- 
nieurkunst". Ähn- 
liche Vorrichtun- 
gen gleichen Alters 
dürften wohl ziem- 
lich selten sein. 
Unweit davon ragt, 
ein Überbleibsel 
der städtischen 
Wasserversorgung 
im Mittelalter, der 
vielgeschossige 
„Abtswassertun-n" 
über den Giebeln 
der umliegenden 
Häuser mächtig 
empor und von 
diesem wiederum 
nicht weit entfernt 
ein hohes, lang- 
gezogenes Sattel- 
dach über einem 
zweigeschossigen, 
reichlich mit Rund- 
bogenfensternver- 
sehenen Bau. Es 
ist das im Charakter völlig zum übrigen Stadtbilde passende ehemalige, dem 
Ende des XV. Jahrhunderts entstammende „Glockenhaus", in dessen weiten 
Räumen vor Zeiten Wehr und Waffen der Bürgerschaft aufgespeichert waren. 
Vom „Schütting", einem Gebäude, wo große Festschmausereien und 
Gelage, Bewirtung fremder Ehrengäste und so weiter stattfanden, ehe hierfür 
Abb. 62. Rathaus zu Lüneburg, Innenseite der Türe zum Fürstensaale 
" Der Heringshandel war nächst dem Szlzexpnrt eine der wichtigsten Einnnhmsquellen der Stadt. Im 
Kaufhaus: vollzog sich nur der Großhandel.
	        

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