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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 10)

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typischesten Vertreter in der Architektur wurde. Bald war aber auch er zu 
überwinden. 
Der nächste Schritt auf diesen Wegen gehört dann schon der Periode 
der Wolkenkratzer an, andrerseits der Einführung neuer Konstruktions- 
materialien, dem Stahl-Skelettbau und dem armierten Beton, den Terrakotten 
und Steinplatten. Auf diesen Wegen lagen dann die stärksten Fortschritte in 
amerikanischem Sinne. Root und Louis Sullivan (Chicago) waren unter den 
ersten, die hier in modernem 
Geiste reformierten. 
Daneben wirkten zahl- 
reiche Künstler wie Wilson 
Eyre (Philadelphia), Mac 
Kim Mead undWhite (New- 
york), die eine volle Beherr- 
schung der europäischen 
Bildung mit amerikanischem 
Impuls verbanden. Wenn 
die Rücksichtnahme auf den 
Europa freundlichen Ge- 
schmack gewisser maßge- 
bender Auftraggeber auch 
bis in unsere Tage noch 
zahlreiche Stilexperimente 
zeitigt und die Traditionen 
der Ecole des Beaux Arts 
begünstigt, so gedeiht da- 
neben doch schon sehr 
lange eine selbstbewußte 
und klare amerikanische 
Baukunst, die den fortge- 
schrittenstenStandpunktauf 
dem Gebiete desBauwesens 
einnimmt. Indem man alle 
praktischen Rücksichten 
stark mitsprechen läßt, alle technischen Errungenschaften auf das vollkom- 
menste entwickelt, alle Hilfsmittel aus den reichsten Quellen schöpft, und 
endlich auch weil die Dimensionen der Aufgaben alle bisher bekannten 
Grenzen überschreiten, wächst eine neue Baukunst heran, die großartige 
Züge trägt. 
Für den Wohnhausbau haben diese Verhältnisse nicht unmittelbare 
Bedeutung. In gewissem Sinne spiegelt er sie aber doch wider. 
Wir können auch hier als Reaktion auf den Klassizismus und die 
schwächlichen Versuche der sechziger und siebziger Jahre das Eindringen 
des materialgemäßen Bauens beobachten. Die Neigung zum Schweren und 
 
l-Iauseingang im Charakter Richardsonsliegel und Haustein. Detroit 
(Mich). Mason ä Rice, Architekten
	        

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