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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 11)

 
 
tekten in der Stadt Mexiko. Pepper hat später 
den größten Teil davon der Frau R. de Forest, 
der Gemahlin des Sekretärs des Metropolitan- 
Museums in Newyork, verkauft. Diese Samm- 
lung war im letzten Frühjahr im Newyorker 
hispanischen Museum ausgestellt: Nach Schluß 
der Ausstellung überließ Frau de Forest einen 
Teil ihrer Majoliken dem Newyorker Metro- 
politan-Museum, so daß wir hier eine bedeutende 
Sammlung mexikanischer Majoliken besitzen, 
die die verschiedenen Entwicklungsperioden gut 
repräsentiert und deren Bestand noch durch 
eine große Sammlung solcher Arbeiten in 
Philadelphia ergänzt wird. 
Gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts hatte 
die Töpferei Mexikos ihre Blütezeit erreicht. Mit 
 
Mexikanische Vase mit blauem Dekor 
unter chinesischem Einiiuß. um x7oo 
dem Beginn des XIX. Jahrhunderts ging aber dieses Kunstgewerbe rasch 
zurück, bis endlich der völlige Verfall eintrat. Erst seit einigenjahren begann 
man in Mexiko die Bedeutung der alten einheimischen Majoliken zu erkennen 
und nun versucht man so viel wie möglich davon noch zu erhalten. 
Da in Mexiko die Kunsttöpferei von der Priesterschaft eingeführt wurde, 
ist es erklärlich, daß die besten Stücke der früheren Majoliken für Kirchen 
und Klöster angefertigt wurden. Sobald aber der Bedarf auf seiten des Klerus 
gedeckt war, stand es den Töpfern frei, für das übrige Publikum zu arbeiten. 
S0 wurde denn auch eine große Menge von Haushaltungsgegenständen 
effektvoll 
Henkeltopf mit blauem Dekor aus Puebla, 
um 1700 
verfertigt. Darunter findet man immer 
wieder große zylinderförmige Gefäße 
in der Form der italienischen und 
spanischen Albarelli, in denen Arznei- 
stoffe aufbewahrt wurden. Ähnliche 
Gefäße in der Form von Fäßchen und 
Urnen dienten als Blumentöpfe, die 
man in den Garten, auf den Balkon 
oder an die vier Seiten des innem 
Hofes stellte. DieWohnungen der Reichen 
wurden gewöhnlich außen und innen mit 
gezeichneten und bemalten 
Kacheln verziert. Auch liebte man Majo- 
likapaneele, mit Figuren von Heiligen, mit 
Waffen und Inschriften, die in die Zimmer- 
wände eingelassen wurden. Ferner sah 
man solche Arbeiten in Treppenhäusern 
und an den Eingängen zu den Höfen. 
Kacheln wurden auch für Gräber und
	        

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