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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 11)

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Grabsteine verwendet, von denen manche 
mit Gestalten von Heiligen bemalt worden 
sind und noch heute an ihrem Platze stehen. 
Aus den Urkunden der Töpferzunft des 
XVII. Jahrhunderts, die in den städtischen 
Archiven'von Puebla aufbewahrt werden, 
erfahren wir, daß drei verschiedene Arten 
von Töpferwaren angefertigt wurden. Man 
nannte sie die feine, die gewöhnliche und die 
gelbe Art. Zur letzten gehörten Töpfe, Seih- 
kessel, Krüge, Vasen und so weiter. Niemand 
durfte feine oder gewöhnliche Töpferwaren 
ohne Prüfung verfertigen. Zur Meisterprü- 
fung wurden aber keine Neger, Mulatten, 
wie überhaupt keine Personen mit „gemisch- 
Tun„„„ö,„,ig„1-„P„Pumayum "so tem Blute" zugelassen. Für die Herstellung 
der Waren gab es bestimmte Vorschriften, 
die sich auch auf die Art der Farben und Dekoration bezogen. Bei den feinen 
Arbeiten bestand die Glasur aus einer Mischung von 25 Pfund Blei und 
6 Pfund Zinn. Jedes Stück mußte in allen Teilen von gleicher Dicke sein. 
Für die gewöhnlichen Waren wurden aber 25 Pfund Blei mit bloß 2 Pfund 
Zinn gemischt. Jeder Töpferrneister 
war verpflichtet, einen eigenen 
Stempel oder eine Handelsmarke zu 
gebrauchen, die er auf seine Waren 
anzubringen hatte. Diese Marke 
war auch der Kontrolle wegen 
auf den Prüfungsdokumenten. 
Die Urkunden der Zunft geben 
ferner eine nähere Erklärung über 
den Unterschied zwischen feinen 
und gewöhnlichen Waren. Für die 
Herstellung der feinen mußte die 
größte Sorgfalt verwendet werden. 
Um eineVerschiedenheit derStücke 
herbeizuführen, wurde vorgeschrie- 
ben, die Talavera-Waren zu imitie- 
ren. Für das Kolorit waren chine- 
sische Arbeiten die Muster. Der 
Dekor mußte in Relief und in blauer 
Farbe ausgeführt werden. Diese 
Stücke sollten auch schwarze 
Tupfen und einen farbigen Grund 
 
 
_ _ _ Tonnenförmiger Topf mit ornarnentaler Blaumalerei und 
haben. Füf die farbigen Figuren und Figuren in chinesischer und spanischer Tracht, um 1750
	        

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