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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 11)

DVD 
DIE GOLDSCHLÄGERKUN ST IM ALTERTUM 
UND MITTELALTERßo VON WILHELM THEO- 
BALD- GROSS LICHTERFELDE BEI BERLIN Sh 
EINLEITUNG. 
NTER Goldschlägerei versteht man die eigen- 
artige Technik, welche die Herstellung des Blatt- 
goldes (echtes „Feingoldä unechtes „Schaum- 
gold") bezweckt. Goldplättchen, die man durch 
Ausschmieden des aus dem Büssigen Gold ge- 
gossenen Flachstabs, des „Zain", auf dem Amboß 
zu einer Schiene und durch darauffolgendes mehr- 
maliges Walzen dieser Schiene zu einem Goldband 
von etwa 75„ Millimeter Dicke gewonnen hat, 
werden als „Quartiere" abwechselnd mit vielen 
hundert Goldschlägerhäutchen von etwa 13x13 Zentimeter Größe zur „Form" 
von ungefähr zwei Finger Höhe gestapelt und durch Hämmern in mehreren 
Arbeitsstufen bis zu 7mm, ja Vum Millimeter verdünnt. Man bedient sich 
dazu bis zu 18, ja 20 Pfund schwerer Hämmer. Abbildung 1 gibt in vor- 
trefllicher Naturtreue die Werkstatt und Geräte des Goldschlägers um 1783 
wieder und hat in vielem noch heute Gültigkeit. 
Eine Geschichte der Goldschlägerei besteht bis jetzt nicht. Aus der sehr 
spärlichen monographischen Literatur auf diesem Gebiete behandelt das 
vortrefflicheWerk von Dr. Friedrich Morgenstern „Die Fürther Metall- 
schlägereiw" seinem Titel gemäß die Entwicklung der Blattmetallindustrie 
auf einem lokalen Gebiet, kann daher erst etwa 1700 nach Christi einsetzen 
und räumt wirtschaftlichen und zünftigen Fragen die erste Stelle ein. 
Ein Buch von Ludwig Edgar Andes, „Blattmetalle, Bronzen und Metall- 
papiere, deren Herstellung und Anwendungäw" zitiert, soweit es Geschicht- 
liches nach 1700 nach Christi bringt, das vorgenannte Werk und streift die 
vor jenem Zeitpunkt liegende Geschichte mit wenigen Andeutungen, für die 
Belege nicht erbracht werden. 
Es war deshalb eine Aufgabe von hohem Reiz, die Jahrhunderte, ja wie 
sich alsbald als notwendig erwies, Jahrtausende abzuleuchten, um ein 
möglichst vollständiges Bild von der Entwicklung der Blattgoldherstellung 
zu erhalten. Von dem Gefundenen sei im folgenden die Geschichte der 
Epochen mitgeteilt, welche den Archäologen interessieren dürften. 
ENTSTEHUNG DES BLATTGOLDES. 
Infolge seines oft völlig reinen Vorkommens, seiner großen Weichheit 
und Dehnbarkeit wurde das Gold vermutlich als eines der ersten Metalle 
" DerAufsatz enthält die für den vorliegenden Fall teilweise umgearbeiteten ersten Abschnitte einer im Winter 
zu erwartenden umfassenden Veröffentlichung des Verfassers über die Geschichte der Blattmetallherstellung. 
4'" Tübingen xßgo. 
m" Wien, Pest, Leipzig rgoz. 

	        

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