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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 11)

versuchsweise zugeschrieben. Übrigens führt er aus dem Besitze des Würz- 
burger Museums zwei Kaffeeservice mit der Marke W. B. an, die wohl 
sicherlich aus dieser Manufaktur stammen, um so mehr, als sie Ansichten 
aus dieser Stadt tragen; ich wüßte wenigstens nicht, wie die Marke W. B. 
anders aufzulösen wäre. Und daß man solche Signaturen hatte, welche die 
Anfangsbuchstaben der einzelnen Silben in den Ortsnamen enthalten, ist ja 
sicher. Ich erinnere nur an die Fayencemarken A B : Amberg, B b : Bem- 
burg, F D : Fulda, K B : Kunersberg, N B -_- Nürnberg. Bereits I-Iofrnann 
hat dieses Argument in seiner kurzen Notiz über die Würzburger Fabrik" 
(Katalog der Ausstellung München 1909, Seite 30 f.) angeführt. 
Ich glaube deshalb, daß man alle die oben beschriebenen Figuren und 
Gruppen mit Recht der Würzburger Fabrik" zuschreiben darf, und damit ist 
wohl auch der Wunsch berechtigt, daß man weiteren Arbeiten von dem- 
selben Typus nachgeht. Vor allen Dingen möchte ich an dieser Stelle der 
I-IolTnung Ausdruck geben, daß der verdienstvolle und so vortrefflich unter- 
richtete Direktor des Würzburger Museums, August Stöhr, der gerade auf 
dem Gebiete der Keramik ein so genauer Kenner ist, in den Kirchenbüchern 
und den Akten der alten fürstbischöflichen Verwaltung nach weiteren Nach- 
richten über die alte Würzburger Porzellanmanufaktur sucht. Nach den bis 
jetzt vorliegenden und hier abgebildeten Arbeiten aus derselben verdient sie 
wohl eine zusammenfassende wissenschaftliche Behandlung. 
 
AUSSTELLUNG VON KRIEGSERINNERUNGS- 
ARTIKELN Sie VON HARTWIG FISCHEL-WIEN 
IE großen Zeiten, welche wir durchleben, machen sich 
auf allen Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen 
Lebens fühlbar. Die alles beherrschende Wirkung 
der eingetretenen Ereignisse zeigt sich auch bei 
den scheinbar unabhängigsten Regungen mensch- 
licher Tätigkeit. Künstlerische Impulse wurden 
lahmgelegt; die Schaffensfreude ist plötzlich 
zurückgetreten; die Unruhe und Erregung der 
Gegenwart wirkt jeder Sammlung innerer Kräfte 
entgegen, die nicht auf das hervortretende allge- 
meine Ziel gerichtet sind. Und doch gibt es auch 
heute noch lohnende Aufgaben für die Betätigung künstlerischer Kräfte 
innerhalb der veränderten Bedürfnisse und Verhältnisse. Ja mehr noch, sie 
erscheinen geboten im Hinblick auf höhere und fernere Probleme, zu denen 
hinzustreben eine bedeutungsvolle patriotische Pflicht ist. 
" Das bisher bekannte urkundlich-historische Material über die Würzburger Porzellanfabrik hat Stieda 
(Die keramische Industrie in Bayern während des XVIII. Jahrhunderts, Leipzig 1906. S. x84 bis x88) mitgeteilt. 
""" Stöhr weist rnich brieflich darauf hin, daß der Begründer und Besitzer der Würzburger Porzellan- 
fabrik, johann Kaspar Geyger, Konsistorialrat war, wodurch die religiösen Figuren und das Bischofsrelief leicht 
erklärlich sind.
	        
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