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Volltext: Monatszeitschrift XIV (1911 / Heft 12)

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weiseso beleuchtet werden, wie es die praktische Verwendung in einem 
Neubau zulassen würde und wie es die künstlerische Intention verlangt. 
Daß bei einer solchen, den natürlichen Verhältnissen Rechnung tragenden 
Anordnung eine geringere Anzahl von Interieurs zur Schau gestellt werden 
kann, ist sicher kein Nachteil für den Besucher der Ausstellung. Diejenigen, 
die dadurch zur Geltung 
kommen, und die Beschauer 
haben so nur gewinnen können; 
zwei Raumbildungen sind aus- 
schließlich von den Leistungen 
der österreichischen Bildungs- 
anstalten gefüllt. Die k.k. Kunst- 
gewerbeschule des Museums 
hat den einen, die k. k. Fach- 
schulen haben den andern 
Raum in Anspruch genommen. 
Ferner dient ein Raum vor- 
wiegend der Vorführung mo- 
derner Teppiche, ein anderer 
der Kollektion von Serapis- 
Fayencen. 
Es ist erklärlich, daß die 
geschlossenen Raumwirkun- 
gen der Interieurkunst das 
größte Interesse in Anspruch 
nehmen, schon, weil in ihnen 
eine künstlerische Absicht 
durch das Zusammenwirken 
aller Faktoren gemeinsam zum 
Ausdruck gebracht wird. Ihnen 
fällt naturgemäß auch die 
stärkste anregende und erzieh- 
liche Wirkung zu. In ihnen 
drückt sich am deutlichsten die 
Tatsache aus, daß gewisse all- 
gemeine Gestaltungsprinzipien 
bereits so sehr Gemeingut der 
schaffenden künstlerischen Kräfte unserer Generation geworden sind, daß sie 
alle Arbeitsgebiete des Kunstgewerbes durchdrungen haben, und daß ein 
bewußtes Streben der verschiedensten Individualitäten doch immer wieder 
gemeinsame und erfreuliche Züge trägt, die unserer Generation speziell 
angehören. 
In einer sehr interessanten Studie über die nationale Bedeutung der 
kunstgewerblichen Bewegung hat Hermann Muthesius für Deutschland 
Ausstellung österreichischer KunstgewerbePrunkviuine, entwor- 
fen vom Architekten Karl Brauer, ausgeführt von W. Hollmann
	        

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