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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

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Eytzing" (mit einem Nachtrag für 
die 1480 gestorbene Gattin) in Schrat- 
tental steht dem Friesacher Über- 
acker-Stein auch in der Anordnung 
zweier Helme über einem Schild 
näher. Der leider sehr stark abgetre- 
tene Grabstein für Christian von Nuß- 
dorf und seine 1467 gestorbene Gattin 
im Kloster Michaelbeuern (Abb. 7) mit 
einem sehr fein stilisierten Einhorn 
als I-Ielmzier steht bereits dem Sig- 
mund von Spaurs nahe. 
Die drei letztgenannten Steine 
begnügen sich mit der Wiedergabe 
des Wappens in schlichtem, vierecki- 
gem Rahmen. Nur der für den Eytzin- 
ger läßt an den oberen Ecken zwei 
Blättchen in die Bildfläche einsprin- 
gen, technisch erheben sie sich kaum 
über die Stufe des Niederschönen- 
felder Steines. 
Um auf das Knittelfelder Denk- 
mal zurückzukommen, so leitet es 
weiter zur Darstellung der mensch- 
lichen Figur über. Aus der Helm- 
krone wächst ein bärtiger Mann her- 
vor, der eine Lanze auslegt. Trefflich 
ist der grimmige Gesichtsausdruck 
getroffen, betont durch hochgezogene 
Augenbrauen und gerunzelte Stirn. 
Sorgfältig ist das Haar ziseliert; nur die Handbildung scheint etwas vernach- 
lässigt. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß der prunkvolle Grab- 
stein für Bischof Georg von Seckau, wieder ein Überacker, aber aus einer 
dritten Linie des Geschlechtes, von der gleichen Hand herrührt (Abb. 8). 
Abgesehen von dem Maßwerk, das dem des Knittelfelder Steines völlig 
gleicht, beweist es die Gesichts- und Handbildung. Im schwachen Halb- 
proi-il steht der Kirchenfürst vor einem Teppich mit ähnlicher Musterung 
wie die des Straßganger Steines. Etwas grimmig dreinblickend - man 
spürt die Mühe, die sich der Künstler gibt, das Antlitz zu beleben - lang- 
gezogene, schlichte Falten, die sich am Boden flach auseinanderlegen, 
gliedern das Gewand. Das aus alten Aufbahrungsdarstellungen traditionell 
übernommene Kissen fehlt nicht, trotzdem der Bischof in aufrechter Stellung 
gedacht ist. Mit unendlicher Sorgfalt ist die Stickerei des Ornates wieder- 
" Kunsthistorischer Atlas, Tafel XXXVHI, 3. 
Abb. g. Grabdenkmal für Propst Peter von Au
	        

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