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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

Unterschied. Auch die Haarlocken 
leibes in der starren Rüstung, durch 
kein fließendes Gewand gemildert, zu 
härterem Ausdruck. Ein Mantel fällt 
in langen schlichten Falten von den 
Schultern bis zu den Füßen herab. 
Die Rechte hält, wie der Bischof das 
Pedum, ein Rennfähnlein, die Linke 
ruht auf einem ungewöhnlicherweise 
nicht mit dem Wappen, sondern mit 
einer grotesken Fratze geschmückten 
Schild. MancheVergleichspunkte sind 
durch die starke Abwetzung des 
Steines verwischt, aber wenn man 
die Augen mit den hochgezogenen 
Brauen in der gleichen, ein wenig 
von der Horizontalen abweichenden 
Stellung wie auf den drei abgebildeten 
Prälatendenkmälern oder die ebenfalls 
allen Vieren gemeinsamen Formen 
von Mund und Nase vergleicht, so 
ergibt sich kein ins Gewicht fallender 
stimmen in der Grundform, allerdings 
nicht in der technischen Durchbil- 
dung überein. Die Faltenbildung zeigt 
durchweg denselben schlichten Cha- 
rakter. 
Halm reiht dem Seckauer Denk- 
. . . Abb. I5. Grabplatte für Wilhelm Steinhauf in St. Zeno 
mal noch zwei weitere Steine an, den bei Reichenhal, 
schon im Jahre 1444 vorhandenen 
des heiligen Rupertus in der Peterskirche zu Salzburg und den der Stifter des 
Klosters Reichersbergf Nur ungern weise auch ich den ersteren unserm 
Meister zu. Die Übereinstimmung der Gesichtszüge ist aber so schlagend, 
daß sich nicht darum herumkommen läßt. Gänzlich unfaßbar ist es mir aber, 
wie der Reichersberger Stein mit diesem bescheidenen Machwerk in Zu- 
sammenhang gebracht werden soll. Alles was Halm mit Recht an jenem 
Denkmal, das zu den besten Leistungen bayrischer Plastik in der zweiten 
Hälfte des XV. Jahrhunderts zählt, rühmt, fehlt diesem gänzlich; das, was 
das Seckauer Denkmal, den Rupertus-Stein und die andern hier noch dazu 
gerechneten am meisten charakterisiert, ist die absolute Flächenhaftigkeit 
der Darstellung. Am deutlichsten zeigt sie der Rupertus-Stein, wo der Stein- 
metz sich damit begnügt hat, abgesehen von der Ausarbeitung der Gesichts- 
züge lediglich die Hintergrundüächen auszustechen, die Innenzeichnung aber 
' Abgebildet bei Halm, Hans Valkenauer, l. c. Seite 18x.
	        

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