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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

beteiligen würden, die nicht nur die Kleinkunst, sondern auch die Kunst- 
industrie im großen vertreten. Man dachte namentlich an Möbel und Tapeten, 
wie überhaupt an die Gegenstände, die zur Hauseinrichtung gehören und 
von Geschäften künstlerisch hergestellt werden. Doch hat man sich bis jetzt 
in dieser Erwartung getäuscht; die Beteiligung ist nur unbedeutend. 
Dafür gibt es nun viele Ursachen. Eine der wesentlichsten ist der zu 
enge Raum, der infolge der kargen Mittel noch nicht erweitert werden 
konnte. Hinzu kommen die teuren Versandkosten. Ein nicht geringes Hin- 
dernis bildet auch der Cliquengeist, der mit schuld ist, daß so manche, die 
mit den Zielen der Gesellschaft übereinstimmen, fernbleiben. Es ginge zu 
weit, wollte ich noch mehr Gründe nennen, die es der National Society of 
Craftsmen unmöglich machen, die Vertreterin unserer Kunstindustrie zu 
sein. Es soll aber noch hervorgehoben werden, daß bei der letzten Aus- 
stellung dieser Gesellschaft künstlerisch wertvolle Arbeiten abgewiesen 
wurden. Man begnügte sich mit einer Art Verkaufsbasar, für den der Ge- 
schmack des Durchschnittspublikums maßgebend sein sollte. 
Die Folge war, daß nun eine große Anzahl Spezialausstellungen auf 
den verschiedensten Gebieten des Kunsthandwerks abgehalten wurden. 
Man bekam sie zum größten Teil auch in den Räumen der National Society 
of Craftsmen zu sehen. Manche waren aber auch in Kunstgalerien und in 
Geschäften, die künstlerische Gegenstände verkaufen, sowie in allerlei Aus- 
stellungen in andern Städten veranstaltet worden. 
Alle diese Vorkommnisse haben nun dazu beigetragen, daß in Newyork 
eine neue kunstgewerbliche Vereinigung gebildet wurde. Sie nennt sich die 
Arts and Crafts Society of Newyork. 
Ehe ich nun das Bemerkenswerteste von dem, was die kunstgewerb- 
lichen Ausstellungen an interessanten Arbeiten gebracht haben, beschreibe, 
will ich zunächst einen Rückblick über die hauptsächlichsten Ausstellungen 
der Malerei und Bildhauerei geben. 
In den Räumen der Society of American Artists wurden, wie gewöhn- 
lich, die Ausstellungen des Water Color Club sowie die Winter- und Früh- 
jahrsausstellung der Academy of Design abgehalten. Auch gab es in diesen 
Räumen noch die Ausstellung der Water Color Society und dazwischen die 
Ausstellung der Architectural League. Diese war besonders durch dekora- 
tive Gemälde hervorragend. 
Der Newyork Water Color Club hatte die erste Ausstellung der Saison 
veranstaltet. Die zweifellos bedeutendsten Leistungen waren Colin Camp- 
bell Coopers Gemälde „Die Brücke zu Laufenburg" und „Alte Häuser". 
Dieser reichbegabte Künstler war einer der ersten, der den Wolkenkratzern 
und dem mächtig pulsierenden Leben der amerikanischen Metropole gerade- 
zu poetische Stimmungen und wundersame Farbeneffekte abzugewinnen 
wußte. Und nun hat uns dieser Großstadtamerikaner auf einmal mit Idyllen 
aus einem deutschen Städtchen überrascht. „Die Laufenburger Brücke" und 
„Alte Häuser" aus Laufenburg haben ihm Gelegenheit gegeben, feine
	        

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