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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

 
 
 
 
gibt nun in vollem Maße sein Ge- 
mälde „Nachtschatten im großen 
Canyon von Arizona", das die 
Ausstellung brachte. Das Bild ist 
von großer Wirkung, auch hat 
es zugleich ein ma- 
lerisches Problem 
gelöst. Viele unse- 
rer Maler haben 
sich schon am 
Canyon versucht, 
aber nur, um zu 
finden, daß an 
diesem Motiv ihr 
- Können scheitert. 
Wie soll auch die- 
ses amerikanische Naturwunder 
mit seiner eigentümlichen Farben- 
pracht, seinem Gewirr von tiefen 
Schluchten und mächtigen Fel- 
senwänden gemalt werden? Rit- 
schel hat eine Lösung gefunden. 
'- Er nahm die friedliche Nacht zu 
Hilfe. Die bringt mit ihren blauen 
Paul Troubelzkoy, Tolstoi zu Pferde 3611811811 Harmmlien in die Wilde 
Größe, ohne ihr aber die Wirkung 
zu nehmen. Mit kräftiger Technik hat Ritschel diese machtvolle Natur ge- 
meistert. Hier sei gleich hinzugefügt, daß der Künstler später in der Folsom- 
Galerie eine Spezialausstellung hatte, die fast lauter Motive aus der noch 
nicht ganz gebrochenen Natur des amerikanischen Südwestens zeigte. Sie 
brachte den Beweis, daß Ritschel der glückliche Wurf nicht nur einmal 
gelungen ist und daß er sich dauernd mit der Landschaft der Vereinigten 
Staaten beschäftigt hat. 
In der Ausstellung der Academy interessierte auch besonders ein Bild 
von Louis Davis Vaillant, das er „Schlaf der Diana" nannte. Kein gerade 
neues Thema, aber mit feinem Empfinden und in zarter, stimmungsvoller 
Weise gestaltet. 
Lillian Genths „Garten des Schlafes" war ein anderes Gemälde mit 
idealem Motiv, aber mit kräftiger und moderner Auffassung durchgeführt. 
An guten Landschaften war wieder kein Mangel. Hervorgehoben seien 
die Bilder von Edward Gey, George Davidson, Cullen Yates, Arthur Hoeber, 
Daniel Garber, Van Laer, George Ines junior, Leonard Ochtmann, Gardner 
Symons und H. R. Poore. Von Seebildern waren die des Bostoners 
R]. Waugh am bedeutendsten. Sie haben durch die eigens dafür gestimmten
	        
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