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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

neue Wirkungen der Beleuchtung. Licht und Atmo- 
sphäre sind eigentümlich und von großer Schönheit. 
Die Technik ist fein und doch auch voller Kraft. Gute 
Porträte hatten Richard Maynard und Henry Hubells 
ausgestellt, ein schönes Stimmungsbild Charles A. 
Miller. 
Die Skulpturen waren in allen Sälen der Aus- 
stellung verteilt. Hervorzuheben ist Brennas „Lilie", 
eine jugendschöne Frauengestalt. Ungemein ein- 
drucksvoll war auch die Figur eines zum TodeVer- 
urteilten von Dorothy Rice. Diese Künstlerin hat sich 
auch unter den hiesigen sezessionistischen Malern 
durch Gestalten aus dem Volke hervorgetan. 
In der Ausstellung der Water Color Society 
waren zum größten Teil dieselben Künstler vertreten, 
die in der Academy ausgestellt hatten und die nun 
auch ihre Kunst im Aquarell zeigten. So brachten 
Colin Campbell Cooper, der die Aquarelltechnik voll- 
kommen meistert, und Jerome Myers Ansichten aus 
Newyork, anderes Charles Warren Eaton, Marion 
Kavanaugh Wachtel, Alathea Hill Platt und j. C. 
Nicoll. Dem Andenken Winslow Homers wurde auch 
in der Water Color Society Tribut gezollt. Eine An- 
zahl kraftvoll gemalter Aquarelle bewies auch des 
Meisters Eigenart in der Technik der Wasserfarbe. 
Originell waren seine Bilder von Fischen. 
Die Ausstellung der Architectural League machte 
mehr den Eindruck einer Gemäldeausstellung. Man 
hatte die dekorativen Bilder und Entwürfe, die zum 
Schmucke öffentlicher Gebäude bestimmt sind, aus- 
gestellt. Der ganze erste Saal war eine Art Farbensinfonie, in Gold, Rot, 
Grün und Gelb als Hauptfarben. Die Veranstalter der Ausstellung hatten 
sich Mühe gegeben, durch passendes Arrangement die grellen Farben- 
effekte etwas zu mildern, immerhin trat das Gold noch etwas zu aufdringlich 
hervor. 
Unter den dekorativen Gemälden fiel C. Y. Turners Bild für das 
Gerichtsgebäude von Mahoning besonders auf. Es stellt in realistischer und 
doch breit dekorativer Weise die erste Gerichtssitzung dar, zu der Indianer 
geladen wurden. Für das Gerichtsgebäude in Jersey City hat Howard Pyle 
eine Anzahl dekorativer Gemälde geschaffen, die gleichfalls historische 
Motive aus Amerika bringen. Die Bilder sind Hächenhaft gehalten und 
erzielen mit den gut komponierten Gestalten hübsche Effekte. Dana Marsh, 
der mit Vorliebe und großem Geschick Arbeiter malt, die auf schwindelnder 
Höhe riesiger Wolkenkratzer oder auf Brücken bauen, hatte ein Gemälde 
Paul Troubetzkoy. William 
K. Vanderbilt
	        

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