MAK

Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

gesandt, das beinahe eine ganze Wand einnahm. Es 
ist eine kraftvolle, durch schaffende Arbeiter darge- 
stellte Allegorie der Ingenieurkunst, deren Eisenkon- 
struktion die modernen Gebäude- und Brückenwunder 
hervorbringt. 
Die Ausstellung war auch mit dekorativen Skulp- 
turen gut beschickt. Von diesen sei vor allem H. A. 
Mac Neils „Soldiers and Sailors Monument" genannt, 
das für Albany bestimmt ist. Besonders gelungen ist 
die Komposition der anmutigen Reliefs. Erwähnt zu 
werden verdienen auch Henry Reuterdahls Matrosen- 
gestalten, die das Marine- und Ingenieurwesen dar- 
stellen, sowie Henry M. Shradys Gruppe für das Grant- 
Monument in Washington. Cyrus F. Dalan hatte be- 
rittene Indianerfiguren gesandt, die recht ausdrucks- 
voll gestaltet waren. Von hervorragendem Interesse 
war eine Bronzestatue des Generals Hancock von 
J. Q. A. Ward, des nun verstorbenen alten Bildhauers 
letztes Werk. Ward war der erste amerikanische Bild- 
hauer, der auch ein wirklicher Künstler war. In einer 
Spezialausstellung wurden viele seiner Werke sowie 
auch Photographien von seinen Skulpturen gezeigt. 
Von Architekturwerken hat die Ausstellung der 
Architectural League auch Entwürfe und Zeichnungen 
der nun fertigen neuen Station der Pennsylvania-Eisen- 
bahn gebracht. So imponierend auch seine Größe 
wirkt, der hier zum Überdruß wiederholte griechische 
Tempelstil paßt für den Zweck einer Eisenbahnstation Paul Troubmkoy, Indische 
nicht. Schön ist die Konstruktion der weiten, glasüber- Tänzerin 
dachten Höfe. Einen günstigeren Eindruck machten 
die Bilder von dem Bahnhof bau in Havanna, den der Newyorker Architekt 
Kenneth M. Murchison in den Formen der spanischen Renaissance mit 
ihren Dächern und graziösen Türmen errichtet hat. 
Einen Bau von eigenartigem Effekt, der durch viele hohe und nur durch 
schmale Mauerstreifen unterbrochene Fenster hervorgerufen wird, zeigt das 
Mason-Laboratorium für die Yale-Universität. Charles C. Hacht von New- 
york ist der Architekt. 
Von den vielen Gebäuden, die im Kolonialstil ausgeführt wurden, gefiel 
mir die Bostoner Windsor-Schule am besten. Auf die schönen Proportionen 
des Stils ist das moderne Empfinden nicht ohne Einfluß geblieben. 
Groß war die Zahl der Bilder und Entwürfe von Wolkenkratzern. Die 
meisten zeigten aber nur wieder häßliche, kistenförmige Häuserriesen. Und 
doch ist in Newyork der Nachweis geliefert worden, daß auch dieser Typus 
eine gewisse Schönheit aufweisen kann. Auch in der Ausstellung bewiesen 
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