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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 2)

es das Wappen von Virgils Gattin, der in der Umschrift des Steines genannten 
Kunigund Aichpergerin von Rab, an der dafür von alters her üblichen Stelle 
heraldisch rechts der I-Ielmzier zeigt. Das Wappen der Mutter, identisch mit 
dem des mütterlichen Großvaters, findet sich schon in der unteren Reihe; 
so wird der dem Aichpergerschen korrespondierende Schild nicht damit aus- 
gefüllt, sondern mit dem einer 
Tante des Verstorbenen, Hed- 
wig von Wald, die nach einer 
Urkunde von 1390 mit einem 
Erhard Überacker vermählt 
war. Der Grund, daß man 
gerade auf diesen Schild ver- 
liel, scheint mir der zu sein, 
daß Hedwig von Wald die 
Stammutter des andern Zwei- 
ges der Überacker war, der 
mit Virgil zugleich das Stamm- 
wappen mit den Velberschen 
Rändern quadrierte und als 
dessen Vertreter wir oben den 
Friesacher Erhard kennen 
lernten. Der interessante Stein 
kann, da Virgil erst 1454 für 
sein Geschlecht das Begräb- 
nisrecht in der Magaretenka- 
pelle erwarb, nicht vor diesem 
Jahre entstanden sein. Ich 
möchte ihn wegen der kompli- 
zierten Schildform am liebsten 
erst in die sechziger Jahre 
setzen, jedenfalls aber noch 
vor den Friesacher Stein, da 
ihm noch die auf diesem 
bereits vorhandenen zungen- 
förmigen Endigungen fehlen. 
Etwa auf der Stufe des 
letzteren steht der Grabstein 
des Sigmund von Spaur in der Neuklosterkirche zu Wiener-Neustadt. Er zeigt 
das Wappen (Abb. 5) unter einem krabbenbesetzten Spitzbogen von der 
Form, wie ihn die Eintiefung des Dornsperger-Steines bereits zeigt, wie sie 
auch der Einfassung des Friesacher Überacker-Denkmals zugrunde liegt. Die 
Jahreszahl 1472 unter dem wie auf dem Salzburger Stein tartschenförmigen 
Schild gibt uns das Vollendungsdatum. Der Umstand, daß die Umschrift trotz 
reichlichen Platzes nur den Todestag, nicht aber das Jahr nennt, scheint 
Abb. 5. Grabplane des Sigmund von Spaur in Wiener-Neustadt
	        

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