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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 3)

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Die gleiche herbe 
Tüchtigkeit und den 
nämlichen naturalisti- 
schen Ernst der Durch- 
bildung zeigt eine 
(60 Zentimeter hohe) 
Gruppe der heiligen 
Anna  (aus Abb. 28. Drei Apostel (um 15m) 
Perg im Mühlviertel). 
Dieser Darstellungstypus (der heiligen Anna mit dem göttlichen Enkelkind 
und der gleichfalls kindlich - also in ihrem Verhältnis zur Mutter und nicht 
zum Kinde - auf- 
gefaßten Maria) ist in 
der gotischen Kunst 
Oberösterreichs über- 
aus häufxg und auch 
in der Linzer Samm- 
lung reichlich ver- 
treten. Die Perger 
Gruppe (Abb. 23) gibt 
in den Köpfen Annas 
und Mariens glänzend beobachtete bäuerliche Typen mit ungeschminktem 
Realismus wieder. Während hier die heilige Anna nicht eigentlich sitzt, son- 
dern eher schwebt, 
von Engeln, die nur 
noch zum Teil erhal- 
ten sind, gestützt, ist 
in einer andern Va- 
riante (66 Zentimeter 
hoch) gerade das 
mütterlich ruhevolle , 
Sitzen überzeugend Abb. 28 b. Drei Apostel (um 15m) 
dargestellt (Abb. 24). 
Breit und behäbig sitzt die Heilige da, ein Urtypus deutscher Mütterlichkeit 
und Hausfraulichkeit anno 1510; auf ihrem rechten Schenkel sitzt das Jesus- 
kind, mit der Linken 
umfaßt sie das lang- 
lockige Töchterchen 
Maria, das in schlich- 
tem langen Kinder- 
rock neben ihr steht. 
Die Breite des „ge- 
bende" und der , 
Schultern, das VOllC Abb. 280. Drei Apostel (um 151a) 
 
 
Abb. 28a. Drei Apostel (um x5xo) 
 

	        

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