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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 3)

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sance angehört, aber, als organische Weiterbildung 
. eines gotischen Typus, hier angeführt werden darf 
(Abb. 26). Renaissancemäßig sind das durchaus genre- 
hafte Motiv, daß die kleine Maria dem Jesuskinde 
Früchte auf einem Teller bringt, die realistisch-weiche 
Behandlung des Kinderkörpers, das plastische Hervor- 
treten der Körperformen aus den Gewändern und 
schließlich die Formen des reichgeschnitzten Lehn- 
stuhls. Die tiefunterhöhlten 
Falten sind eine Eigentüm- 
lichkeit der „barockenmspät- 
gotischen Plastiken jener Ge- 
gend (vergl. unten). 
Ein gewaltiges (160 zu 
x70 Zentimeter), vergoldetes 
und bernaltes Relief aus St. 
Florian (Abb.-z7) fesselt durch 
die Singularität der Darstel- 
lung und die Strenge der 
Komposition. Dargestellt ist 
das jüngste Gericht, und zwar 
so, daß die Gestalt des Welt- 
richters die Spitze eines gleich- 
schenkligen Dreiecks bildet, 
dessen gleiche Seiten durch 
die (nebeneinander sitzend 
gedachten) übereinander auf- 
gebauten Figuren der zwölf 
Apostel gegeben sind; die so 
entstehende Innenüäche ist n 
durch kleinere Figuren der A""',jf,',;'f,',',1'f's';,'1;j,aj"'e" 
Auferstehenden (mit zum Teil 
sehr ausdrucksvollen Motiven) ausgefüllt; zur Linken 
und zur Rechten Christi knien Johannes der Täufer 
und Maria mit gefalteten Händen. 
Von derselben Hand stammen vier große (130 zu 
97 Zentimeter, alte Fassung und Vergoldung) Reliefs 
mit den Darstellungen von Mariä Verkündigung, 
Christi Geburt, der Anbetung der Könige und der 
Beschneidung. Auch ihr Urheber ist in der Nähe des 
Meisters S. W. zu suchen (letztes Jahrzehnt des 
XV. Jahrhunderts). Er ist rustikaler als der Meister, 
aber voll naiver Erfindungskraft. Dagegen weisen die 
Abb. 3x. Heiliger Sebastian. Inn- n _ _ 
vienler Spätgotik kurzschadeligen Typen der kleinen Apostelfiguren, 
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