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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 3)

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gewisse Arbeitsgattungen, wie die Reticella-Spitze, uralte und ursprünglich 
dalmatinische Leistungen von bester Qualität bilden. Die Verfasserin weist 
nach, wie diese von Pago und andern dalmatinischen Orten aus ihren Weg 
nach Venedig nahmen und wie sich die venezianische Reticella-Spitze durch 
Ausbeutung der dalmatinischen Quellen entwickelt haben dürfte. 
Dalmatien gehört zu den wenigen Ländern, in denen der Eindruck einer 
noch lebendigen volkskünstlerischen Betätigung, einer noch üblichen alten 
Tracht von großem Reiz, einer erbgesessenen volkstümlichen Bauweise, 
empfangen werden kann. 
Die herrliche Natur, die Reste einer großen Vergangenheit, geben den 
zauberhaften Rahmen eines Landes, in dem ein verarmtes Volk von präch- 
tigen Rasseneigenschaften sein oft kümmerliches Leben fristet. 
Heute wird der Fremdenstrom an die reizvollen Gestade der Adria 
gelenkt, an welchen der schmale Landstreifen Dalmatiens sich hinstreckt; 
die wirtschaftliche Hebung des Landes bildet den Gegenstand eifriger 
Bemühungen. 
Ob dabei nicht die letzten Überreste volkskünstlerischer Eigenart ver- 
loren gehen werden, muß die Zukunft lehren. Es ist sehr wertvoll, daß nun 
ein ausführliches Fachwerk auf den alten Bestand hinweist, die Bewohner 
des Landes zur Selbstbesinnung aufmunternd, die Freunde des Landes von 
den reichen und vielseitigen Leistungen historischer wie jüngster Perioden 
unterrichtet. Dieser verdienstvollen Tat sei ein durchgreifender praktischer 
 
Eingang eines Szeklergehößes (Siebenbürgen)
	        

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