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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 3)

L1 fünfter Band der „Meister der Graphik"(Verlag von Klinkhardt ä Bierrnann in Leipzig) 
erschienenen, die vorausgegangene einschlägige Literatur sorgfältig zusammenfassenden 
Buche dargestellt. Er gibt in demselben zunächst einen Überblick über die Kultur Nürnbergs 
um 1500, bespricht sodann kurz die Bedeutung von Dürers Graphik für seine Zeit und 
schildert hierauf das Leben und die Kunst der Nürnberger Kleinmeister. In vier Kapiteln 
werden weiterhin die beiden Beham, der Monogrammist I B und Georg Pencz und ihre 
Werke behandelt. Im neunten Abschnitt erörtert Waldmann die von Max Friedländer 
im Repertorium für Kunstwissenschaft, Band XX (nicht XXI, wie Waldmann zitiert), 
Seite x30 ff. aufgestellte Hypothese, daß der Monogramxnist I B (Jörg Bentz?) mit Georg 
Pencz identisch sei, eine Annahme, die bisher nicht allgemeine Zustimmung "gefunden hat 
und der auch Waldmann mit guten Argumenten entgegentritt. 223 Abbildungen auf 
55 Lichtdrucktafeln und 13 Textillustrationen begleiten Waldmanns sachkundige, Gustav 
Pauli gewidmete Arbeit. 
SYCHOLÜGIE DES KÜNSTSAMMELNS betitelt sich ein handliches, als 
neunter Band der Bibliothek für Kunst- und Antiquitätensammler erschienenes 
Büchlein mit 50 Abbildungen, in welchem der Berliner Kunstschriüsteller Adolf Donath 
in knapper Form das Allerwesentlichste aus der Entwicklungsgeschichte des Sammel- 
wesens aller Länder in alter und neuer Zeit erzählt (Verlag von Richard Carl Schmidt 8! Co. 
in Berlin). Ein Abschnitt bespricht kurz die Preissteigerungen alter Kunstwerke in den 
letzten Jahrzehnten, der letzte erwähnt einige der zahllosen Fälscherknitfe. 
CHLÖSSER UND BURGEN SACHSENS."' Wer es unternimmt, Ansichten 
von Bauwerken zu radieren, rnuß künstlerisch auch etwas zu sagen haben, sonst 
kommt er über das Niveau der gewöhnlichsten Ansichtskarte nicht hinaus. Die Photo- 
graphie arbeitet schon lange mit künstlerischen Mitteln und macht die gezeichnete Vedute 
überflüssig. Es ist klar, daß eine gute Photographie einer unkünstlerischen Zeichnung 
desselben Gegenstandes überlegen bleibt. 
Da es sich in den vorliegenden Blättern um solche Ansichten, nicht um persönliche 
Eindrücke handelt, muß man sagen, daß dem Zwecke des Werkes, der Pflege sächsischer 
Heimatliebe, ebenso wie den nichtsächsischen Freunden schöner alter Schlösser mit guten 
und zahlreichen photographischen Aufnahmen besser gedient worden wäre. Der Gegen- 
stand wäre dazu geeignet. H. F. 
WEI KUNSTGESCHICI-ITLICHE HANDBÜCHER," volkstümlich ge- 
halten und besonders für die Schule bestimmt, sind vor kurzem erschienen. Der alte 
Lübkesche „Leitfaden", bekannt als Wickenhagens Geschichte der Kunst, ist in 13. Auf- 
lage vermehrt und verbessert von Uhde-Bernays herausgegeben worden; und gleich- 
zeitig ein neuer ähnlicher Versuch, „Die Wege der Kunst", von julius Leisching, dem 
Direktor des Brünner Erzherzog Rainer-Museums. Beide Arbeiten wollen als brauchbares 
Nachschlagebuch und zugleich als Erziehungsmittel zur verständigen Kunstbetrachtung 
dienen. Die Schwierigkeiten, die ein solcher Versuch birgt, haben die Verfasser, soweit 
dies in einem kleinen, wohlfeilen und noch gut illustrierten Buch, das über Jahrtausende 
zu berichten hat, überhaupt möglich ist, überwunden. Wickenhagen sucht sich die Aufgabe 
1' Die schönsten Schlösser und Burgen Sachsens, zehn Radierungen von Robert Langbein. Verlag von 
H. v. Keller, Dresden. 
""' Ernst Wickenhagens Geschichte der Kunst mit einem Anhang über die Musikgeschichle. x3. ver- 
mehrte und verbesserte Auflage, durchgesehen von Hermann Uhde-Bernays. Mit 1B Kunslbeilagen und 363 Ab- 
bildungen im Text. Eßlingen, Paul NeH, 1912. - „Die Wege der Kunst" von julius Leisching, Architekt und 
Direktor des Erzherzog Rainer-Museums für Kunst und Gewerbe in Briinn. Mit x33 Abbildungen und einer 
Farbentafel. Preis gebunden 4 K 80 h : 4 M. Wien und Leipzig, F. Tempsky, xgn.
	        

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