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Volltext: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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den Handwerksmeistern, Schmieden, Wagnern, Riemern u. s. w. die Raitnngen, die 
Jahresrechnnngen abgehalten. Der eigentliche kalendarische Neujahrstag spielte im Volks 
leben sonst nur eine untergeordnete Rolle. Der Wichtigkeit des Weihnachts-, als ersten 
Jahresfestes entsprechend, sind auch die Volksbräuche desselben ungemein zahlreich und 
derart entwickelt, daß sie sich über einen ganzen Kreis von Festen, vorbereitenden und 
abschließenden Weihetagen und Loosnächten erstrecken. Die starke Volksnatur liebt es 
seit altersher überhaupt, ihre Feste nicht auf einen einzigen Tag zu beschränken, und wie 
Egerländer Bauernhof im Dorfe Schlada bei Eger. 
eine rechte Volkshochzeit einst drei bis sieben Tage dauern mußte, so hatten auch die 
Jahreshauptfeste stets ihre besonderen Vortage und Nachfestlichkeiten. 
Die erste Hindeutung auf Weihnachten und die Einleitung in die sechs geheimniß- 
vollen Wochen des Winters bildete seit jeher der Andreastag (Ende November). Die 
Andreasnacht ist die erste der sogenannten „Loosnächte" (von loosen ----- lauschen, die 
Zukunft zu erhorchen). Sie führt in die Mysterien der Hauptzeit ein und bildet die erste 
Vorbereitung zu den Geheimnissen der Weihnacht. In den ersten Loosnächten, in den 
dämmrigenTagen und dunklen zur Geistessammlnng drängenden Abenden der letzten Jahres 
wochen wird Phantasie und Gemüthsleben des Volkes besonders regsam und es erwacht 
ihm der Drang, vorschauend einige Blicke in die Zukunft des nahenden Jahres zu thun.
	        
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