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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

silberne Querbinde (Österreich). 5, in Blau ein silbernes 
Andreaskreuz, belegt mit neun goldenen Glöckchen (Abtei- 
Wappen von Gries). 6, in Blau eine gekrönte goldene 
Schlange (Konventwappen von Muri). Abbildung 4. 
Das nächst der Stadt Bozen in Südtirol, im Markte Gries 
befindliche Benediktinerstift Muri-Gries - Monasterium 
Muro-Griesense - war ursprünglich ein reguliertes Augusti- 
ner-Chorherrenstift, das Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1845 
den aus dem Stifte Muri im Kanton Aargau vertriebenen Abb g_ wappm de, 
Benediktinern zugewiesen hatte. Zur Erinnerung an den Thißrsiein auf einem 
früheren Besitz, von dem sie noch heute einige geistliche ihabmi" 
Privilegien genießen, wird das Stift Muri-Gries genannt, der Klosterobere 
„Abt von Muri und Prior von Gries" tituliert. 
Unweit von Bozen, in einer Au, war im Jahre 1160 von Arnold Grafen 
von Mareith und Greifenstein und seiner Gemahlin Melchtildis von Valley 
ein reguliertes Augustiner-Chorherrenstift - „Kloster der seligsten Jungfrau 
in der Au" (Monasterium B. M. V. in Augea) - gestiftet worden, dessen 
Schirmvögte die Grafen von I-Ioch-Eppan, Vettern der Greifenstein, waren. 
Kaiser Friedrich I. bestätigte diese Stiftung, d. d. Triest, am 22. Oktober 1166, 
Papst Alexander III. d. d. Anagni, am 3o.Jänner 1173, ebenso Papst Urban III. 
d. d. Verona, am 11. April 1186. 
Der erste Propst war Heinrich I. (1167), ein Chorherr von Kloster- 
neuburg. Nachdem aber die Fluten des Eisack und der Talfer im Laufe 
der Zeit immer bedrohlicher geworden waren, ein Stück Boden nach 
dem andern losgerissen wurde und verschwand, sah man sich endlich ge- 
zwungen, das Kloster aufzugeben. Herzog Leopold von Österreich überließ 
im Jahre 1406 seine Burg Peadei zu Gries den Chorherren von der Au, die das 
Gebäude in ein Kloster verwandelten und eine Kirche dazu bauten. Wegen 
der zwischen zwei festen Türmen gelegenen Eingangspforte hieß das neue 
Kloster „Kloster der seligsten Jungfrau Maria zur geschlossenen Pforte" 
(Monasterium ad portam Clausam B. M. V. in Gries). Im Jahre 1412 erfolgte 
vom Papste Johannes XXIII. die Bestätigung der Klosterübertragung. 
Der 20. Propst von Au, Christoph (1408-1417), wurde der erste Propst 
im Stifte Gries, der auch für sich und seine Nachfolger vom Papste d. d. 
Meran, am 15. Oktober 1414 die Pontiiikalien erhalten hatte. 
Im Jahre 1728 erfolgte die Aufnahme in die lateranen- 
sische Kongregation, wodurch die Pröpste von Gries auch 
lateranensische Äbte wurden. 
Im Jahre 1807 teilte das Chorherrenstift das Schicksal 
aller Tiroler Klöster; es wurde von der französisch-italieni- 
schen Regierung aufgehoben. Der 52. und letzte Propst des 
Chorherrenstiftes Gries war Augustin Vigilius Naegele 
(1791-1807), der acht Jahre darauf das Zeitliche segnete. 
 
 
Abb. xo. Wappen des 
Klosters Hirslu Die in der alten Grafschaft Rore am Abhang des Linden- 
2-;
	        

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