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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

erhalten. Das Kloster, in sehr romantischer Waldwildnis  .. 
gelegen, wurde, nachdem es im Jahre 1204 auch eine 
Kirche erhalten hatte, mit der Zeit zu einem vielbesuchten 
Wallfahrtsorte („Unsere liebe Frau zur Linden auf St. Ge- 
orgenberg"), der selbst heute noch seine Anziehungskraft 
auf gläubige Gemüter nicht verloren hat. 
Am 27. April 1448 unter dem Abte Johannes I. Teuerl 
erhielten die Äbte vom Papste Nikolaus V. das Recht, die Abb. 19- Wippen von 
Pontifikalien zu gebrauchen. gtmgz,o'igi"gq_irtl'if 
Das Stift war bereits im Jahre 1284 ein Raub der sehen Adlers Immer- 
Flammen geworden, ebenso in den Jahren 1448 und 1637. F""'"::;'"E11';;:'K'ä"" 
Als nun im Jahre 1705 das Stift nochmals abgebrannt ' 
war, verloren die Mönche den Mut, das Kloster zum viertenmal auf derselben 
Stelle zu erbauen und wählten sich unten im Tale, im Dorfe Fiecht, einen 
passenden Platz. Unter dem Abte Cölestin Böheim (1704-1709) erfolgte der 
Neubau des Klosters, in den Jahren 1740 bis 1750 jener der Stiftskirche. Das 
alte St. Georgenberg," wurde trotzdem nicht aufgegeben, sondern sukzessive 
wieder aufgebaut, um die Wallfahrt erhalten zu können, doch brachte das 
Jahr 1819 auch diesen Bau in eine große Feuersgefahr. 
Im Jahre 1807 wurde Fiecht, wie alle andern Stifte Tirols, von der 
bayrischen Regierung aufgehoben und geplündert. Als im Jahre 1816 das 
Kloster wieder eröffnet worden war, standen die zurückgekehrten Religiosen 
einem Nichts gegenüber und es kostete einen harten Kampf, das Stift wieder 
in die Höhe zu bringen. 
Unter Abt Pirmin Pockstaller (1834) wurde das bekannte „Fürstenhaus" 
in der Pertisau am Achensee erbaut, das sich zu einer lukrativen Einnahms- 
quelle entwickelt hat. Unter diesem Abte brannte Fiecht ebenfalls ab, so daß 
die Benediktiner nach dem nahen Rothholz, 
einem Besitz des Bistums Brixen, übersiedeln 
mußten. Im Jahre 1870 konnten sie wieder in 
das neuerbaute Stift in Fiecht zurückkehren. 
In den alten Konventsiegeln der Abtei er- 
scheint gewöhnlich die Figur des drachentöten- 
den St. Georg, von dem sich eine Reliquie im 
Stifte befand, und nach dem auch das Kloster den 
Namen erhalten hatte. Auch des Ritters Schild 
" St. Georgenberg ist auch für die Geschichte des Buchdrucks 
in Österreich nicht ohne Interesse. Im Mai des Jahres 1480 erfolgte 
wahrscheinlich zu Schwaz der Druck eines kleinen Bilehleins von zirka 
7a Seiten, das eine kurzgefaßte Geschichte der Entstehung und Ent- 
wicklung des Klosters St. Georgenberg enthält und den ersten Druck 
in Deutschtirol repräsentiert. Der Titel lautet: 
„Das ist ein Tafel des anefangs des wir [ digen Clusters vnd 
Aptie auf! sam Jör I genberg im intal vnd Brixnerbisturnb vnd von dem 
loblichen heyltumb ds do l ist vnd wirdigklich da gehalten wirr." 7 
(„Schwazer lnkunabeln" von H. Ströhl, Zeitschrift für Deutschlands 
Abb. au. Wappen von Fiecht, 183a Buchdrucker, 1891, Nr. 3.) 
 
 
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