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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

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Kardinal Maximilian Gandolf Graf von Khuenburg, war der Idee nicht ab- 
geneigt und so wurde, als Jenner abermals nach Salzburg gekommen war, 
die Idee zur Ausführung gebracht. 
Bereits am 21. Februar 1685 übersiedelten Maria Agnes und Thekla 
von Zeiler sowie Gertrudis Gugler mit zwei Laienschwestem von Nonnberg 
nach Säben und bezogen am 28. Februar das Kloster. 1686 durfte das 
Noviziat eröffnet werden, am 18. November desselben Jahres erfolgte die 
Bestätigung der neuen Stiftung von seiten des Fürstbischofs und des Dom- 
kapitels von Brixen. 
Am 30. März 1691 starb der Stifter des Klosters und fand in der Kloster- 
kirche seine Ruhestätte. Maria Agnes von Zeiler, die Priorin des Klosters, 
avancierte im Jahre 169g zur ersten Äbtissin von Säben und starb 1715. 
Im Jahre 1808 wurde das Stift von der bayrischen Regierung aufgehoben 
und geplündert. Kandida Mayer (1773-1809, 1- 1812), eine hochbetagte 
Frau, stand in jenen schrecklichen Kriegszeiten als Äbtissin dem Kloster 
vor. Als endlich das Stift wieder eröffnet werden konnte, führten nur 
Oberinnen die Leitung, bis im Jahre 1882 wieder eine Äbtissin gewählt 
werden konnte. Die derzeitige Äbtissin, M. Aloisia Steiner, gewählt am 
6. Mai 1910, ist die siebente Äbtissin von Säben. 
Das größere Siegel des Stiftes mit der Legende: SIGILVM '1- 
MONASTERII-l-SABIONENSIS-l- (Abb. 23) zeigt einen Felsen, auf dessen 
I-Iöhe ein runder, dreizinniger Turm steht, auf dem ein lateinisches Kreuz 
aufgepflanzt ist. Die Flügel des geöffneten Tores, die aber an unrichtiger 
Stelle angesetzt sind, werden von zwei doppelschwänzigen Löwen gehalten. 
Dieses Motiv ist wahrscheinlich eine Anspielung auf die Porta clausa. 
Der Felsen ist mit drei Schildchen belegt; das erste enthält ein nim- 
biertes Lamm mit einer Kreuzfahne (Agnus Dei), das Wappen des Kon- 
sistoriums von Brixen, das zweite einen Adler, das Wappen des Brixner 
Domkapitels, nur fehlt hier, wahrscheinlich wegen der Kleinheit des Schildes, 
das quer über den Adler gelegte Pedum. Im 
untern kleinem Schildchen ist das Wappen- 
bild des Mutterstiftes Nonnberg in Salzburg 
(siehe Jahrgang XIV, Seite 292, Abb. 16) zu 
sehen, drei Kugeln, hier aber statt 2, 1 1, 2 
gestellt, auch fehlt die obere, leere Hälfte 
des Schildes. Auf dem Legendenbande liegt 
unten in der Mitte noch ein Schildchen mit 
der Hauptfigur aus dem Wappen des Stifters 
Matthias von Jenner. Es zeigt einen Bären, 
der einen Rebenzweig mit Trauben auf seiner 
Schulter trägt. Das Wappen der Jenner von 
Seebegg und Bärburg ist ein ziemlich kompli- 
ziertes. Der Schild ist geviert und mit einem 
 
Abb. 23. Siegel des Benediklinnenstiltes _ __ _ 
Sähen (vergrößert) I-Ierzschild belegt, der den Baren mit den
	        

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