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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

Oben über dem Querarme des Kreuzes ist außerdem zu beiden Seiten des 
Stammes je der Buchstabe S eingesetzt. In Farben gesetzt, trägt der Schild 
silberne, das Kreuz braune, der Buchstabe schwarze und der Dreiberg graue 
Tinkm" z. ZISTERZIENSER. 
WETTINGEN-MEI-IRERAU. 
Wappen: zwei Schilde; im ersten, unter rotem Schildhaupt mit einem gol- 
denen sechsstrahligen Stern, eine gekrönte, rotbekleidete, zweischwänzige 
Melusine (Wettingen), im zweiten, der von Silber und Rot gespalten ist, ein 
goldener Schlüssel und ein goldbegrifftes Schwert kreuzweis über die Spaltlinie 
gelegt (Mehrerau). Hinter dem Schilde kreuzen sich zwei Pastorale, im 
Spruchband erscheint die Devise: NON MERGOR (Abb. 26). 
Das eine halbe Stunde von Bregenz am Bodensee gelegene Zisterzienser- 
stift Wettingen-Mehrerau - Monasterium B. V. M de Maris stella et Augia 
majore H war von den im Jahre 1841 aus dem Kloster 
Wettingen im Kanton Aargau vertriebenen Zister- 
ziensermönchen im Jahre 1854 erworben worden. 
Um das Jahr 610 hatten der heilige Kolumban 
und der heilige Gallus mit ihren Gefährten, irischen 
und gallischen Mönchen, am Bodensee in Brigantium, 
dem heutigen Bregenz, ein Kloster gegründet, aber 
nach kurzem Bestande wieder aufgeben müssen. 
Kolumban zog nach Italien (613), wo er auch im 
Jahre 615 starb. Gallus gründete dann das später 
berühmt gewordene St. Gallen. Das Kloster in Bregenz 
soll dessenungeachtet doch weiter bestanden haben, 
_ doch ist darüber nichts sicheres bekannt geworden, 
wenngleich eine Liste von Äbten aus jener Zeit vorhanden ist. Auch der heilige 
Wilhelm, Abt von I-Iirsau, machte den Versuch, das Kloster in Bregenz 
wieder lebensfähig zu machen, aber die Zeitumstände waren einem solchen 
Unternehmen nicht günstig; das Kloster konnte sich trotz aller Bemühungen 
nicht halten und verschwand vorn Schauplatz der Geschichte. 
In einer Zelle zu Andelsbuch (Andolspuoch) im Bregenzerwalde lebte 
als Einsiedler Diedo, welcher der Sage nach dem Geschlechte der Grafen 
von Bregenz angehört haben soll. Nach dessen Tode, zwischen 1086 und 
1090, wandte sich Graf Ulrich VIIL, nach anderer Zählung der IX., von 
Bregenz an den Abt Theoderich von Petershausen bei Konstanz, mit der 
Bitte, der Abt möge ihn bei der Errichtung eines Benediktinerklosters an 
der Stelle, wo der gottselige Einsiedler Diedo gelebt hatte, unterstützen. Der 
Abt sagte unter der Bedingung zu, daß das zu errichtende Kloster Eigentum 
des Stiftes Petershausen werde. Der Graf ging nach längerem Widerstreben 
auf diese Bedingung ein. Das aus Holz erbaute Kloster und die zu Ehren 
der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus geweihte Kirche wurde Mönchen 
aus dem Benediktinerkloster Petershausen übergeben, doch es zeigte sich 
 
Abb. 25. Altes Konvenlwappen 
von Säben, 1718
	        

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