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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

 
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Kleinod eingetragen, der Schild aber nicht 
silbern, sondern golden tingiert (Abb. 29), 
wie solcher auch in den Klosterwappen von 
Wettingen stets zu sehen ist. 
In späterer Zeit findet sich im Schilde 
von Wettingen ein Meerweib, zuerst völlig 
nackt, unter Abt Benedikt I. Staub (1670 bis 
1672) zum erstenmal bekleidet vor. Seit 
dem Erhalt der Pontiiikalien, 1439, erschei- 
nen in den Siegeln der Äbte auch deren 
Geschlechtswappen. Im XVI. Jahrhundert 
kompliziert sich das Stiftswappen durch die 
mehrfache Teilung des Schildes, in den das 
Wappenbild des Stifters, jenes seiner Frau, 
einer Gräfin Honberg, das Stiftswappen, 
die Melusine mit dem Sterne, und das Wap- 
penbild des heiligen Bernhard, der rot-sil- 
bern geschachte Schrägbalken in Schwarz, 
Abb. 3x. Wappen des Abtes von Wettingen, _ 
Franz Baumgarmer (1103-1721). Die Adler nebst dem persönlichen Wappen des 1e- 
der Honberg sind hier seltsamerweise schräg 
eingesetzt 
weiligen Abtes Aufnahme fanden. Das 
Wappen der Grafen von Honberg zeigt im 
goldenen Schilde zwei schwarze Adler übereinander (Abb. 30), als Kleinod 
eine goldene Mitra, die ebenfalls mit zwei Adlern belegt ist. Durch die Heirat 
der Gräfin Elisabeth von Rapperswil mit dem Grafen Ludwig von Honberg 
(T1298) war nach dem Tode ihres Bruders Rudolf, des letzten Rappers- 
wil, 1283, das Wappen von Rapperswil in den Besitz der Honberg ge- 
kommen und damit auch die Schwanenhälse, die sie aber mit Ringen 
ausgestattet hatten, vielleicht um anzuzeigen, auf welche Art sie in deren 
Besitz gelangt waren. Als die Honberg bereits 1323 erloschen, fiel das Erbe 
und die Wappen von Rapperswil und Honberg an das verwandte Haus 
I-Iabsburg-Laufenburg. 
Ein sehr reichhaltiges Wappen wurde unter dem Abte Alberich I. 
Beusch (1721A1745) benutzt, der die Wappenbilder aller Territorien in den 
Schild setzte, die dem Stifte zugehörten und über die das Stift die niedere 
Gerichtsbarkeit ausübtef" Nebst den bereits üblichen Schildbildem erscheinen 
da noch zehn weitere Wappen, mit dem persönlichen Wappenbilde des Abtes 
fünfzehn verschiedene Wappen im Schilde vertreten. 
I-Ielmkleinode benutzte Wettingen auch mehrere; so das Kleinod der 
Rapperswil, die Rose, siehe zum Beispiel die Wappen im Siegel der Äbte 
Christoph Silberysen (1563-1594), Franz Baumgartner (1703-1721), Ab- 
bildung 31, und Alberich I. Beusch (1721-1745), die zwei Schwanenhälse 
der Rapperswil, aber mit den Ringen der Honberg, in den Wappen der Äbte 
') Wettingen, Würenlos, Dieükon, Schlieren, Spreitenbach, Ötikon, Neuenhoi, Killwangen, Schönenwerd 
und Smretswil.
	        

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