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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

 
traurige Zeit von 1807 bis 1814 hatte gleich den andern 
Klöstern Tirols auch Stams durchzumachen. 
Das ursprüngliche Wappen des Stiftes zeigt im Schilde 
ein Agnus Dei, ein eine Fahne tragendes Lamm; so zum 
erstenmal im spitzovalen Siegel des Abtes Bernhard I. 
Wälsch (1484-1501) an einer Urkunde vom Jahre 1486, 
wo der Wappenschild unter einer Abttigur angebracht ist. 
Das Lamm steht im Bezuge zu dem Patron des Stiftes, Abb_37_SiQgQ]desAb. 
dem heiligen Johannes dem Täufer, der auf den Heiland äasrgänaseäzisc-HFICÄ"; 
hinweisend sprach: „Siehe, das ist das Lamm Gottes, das im mm 3 
der Welt Sünde trägt." Im spitzovalen, schön gravierten 
Siegel des Abtes Melchior Jäger (1601-1615) aus dem ersten Jahre seiner 
Regierung ist das Lamm ebenfalls noch als einzige Wappeni-igur zu sehen. 
Die Siegellegende lautet : S : FBIS ' MELCHIORIS : ABBATIS MONA- 
STERI : IN : STAMBS : 1601 : In einem späteren, kreisrunden Siegel des- 
selben Abtes aus dem Jahre 1614 erscheint zum erstenmal ein gevierter 
Schild, belegt mit einem I-Ierzschildchen. Im ersten Felde der Vierung ist das 
Lamm, im zweiten und dritten Felde der Schachbalken des heiligen Bern- 
hard, im vierten die Madonna mit dem Jesusknaben und im Herzschildchen 
das persönliche Wappenbild des Abtes untergebracht. Sein Nachfolger, 
Thomas Lugga (1615-1631) führt ebenfalls im ersten Felde das Lamm, im 
zweiten und dritten sein persönliches Wappen, im vierten Felde den Schach- 
balken, so daß bei ihm die Madonna in Wegfall kommt. 
Irn Siegel des Abtes Bernhard II. Gemelich (1638-1660) ist wieder die 
Madonna im ersten Felde, im zweiten das Lamm, im dritten der Schach- 
balken, im vierten Felde die Reitertigur des Stifters zu sehen, während der 
Herzschild das persönliche Wappen des Abtes enthält (Abb. 37). Die 
Madonna mit demjesusknaben ist dem kräftig und schön gravierten Konvent- 
siegel des Stiftes aus dem XVII. Jahrhundert entnommen, das die Legende: 
SIGILLVM : CONVENTVS : MONASTERII : IN : STAMBS- und unter 
der Madonna die Inschrift: CONCORDIA aufweist (Abb. 38). Ein älteres 
Konventsiegel (1370) zeigt die Madonna auf einer Ruhebank sitzend, einen 
Rosenzweig in der Rechten haltend, während die 
Linke den Jesusknaben umfaßt, der, neben ihr von 
der Bank auf den Sitzpolster tretend, ein Körbchen 
in der Linken trägt. 
Aus der Zeit des Abtes Edmund Zoz (1690 bis 
1699) bietet das „Sti. Christophori am Arlberg 
Bruderschaft Buch" (im Besitze des kaiserlichen 
und königlichen I-Iaus-, I-Iof- und Staatsarchives zu 
Wien) eine im Jahre 1694 eingemalte Darstellung 
des Stiftswappens. Dort erscheint das Lamm mit 
der Fahne in einem blauen, Graf Meinhard in einem 
Abb. 38. Altes Konventsiegel des _ 
Stiftes Slams weißen Felde. Der Reiter führt in einem ovalen 
am: 

	        

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