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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

 
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Schilde das Wappen von Kärnten 
als Herzog dieses Territoriums, zu 
welchem er aber erst 1286 ernannt 
worden war, im Banner das Wap- 
penbild von Tirol, auf der roten 
Pferdedecke vorn den Schild von 
Kärnten, rückwärts Görz". Sein 
Helm ist mit einem Pfauenstoß 
geschmückt, der ihm ebenfalls erst 
1286 zukam. Die Rüstung und son- 
stige Ausstaflierung des Reiters ent- 
spricht in keiner Weise der Zeit 
der Gründung dieses Stiftes (1272), 
und ich habe deshalb ein Siegel des 
Grafen Meinhard II. von Tirol aus 
jener Zeit in der Abbildung 39 bei- 
Abb. 39. Siegel des Grafen Meinhard II. von Tirol, 128a gestellt Im silbernen  des 
Reiters ist der damals noch unge- 
krönte (gekrönt seit zirka 1446), goldbewehrte rote Adler (mit goldenen Klee- 
blattstengeln auf den Flügelknochen) von Tirol zu sehen. Das Kleinod auf dem 
Helme besteht aus einer Federkrone, die aus schräg nach auswärts gestellten 
Pfaufedem gebildet wird, die mit ihren Kielen an eine mit metallenen 
Blättchen behangene kegelstutzförmige Wandung befestigt sind. Der be- 
kannte Minnesänger Ulrich von Lichtenstein beschreibt in seinem „Frauen- 
dienst" das I-Ielmkleinod Meinhards III. von Görz, mit dem er am 25. April 1227 
auf seiner Venusfahrt vor Treviso turnierte, mit folgenden Worten: 
„Sin helm gar lieht von golde was, 
und herte alsam ein adamas. 
dar umb von vedern was ein kranz. 
der kranz gemachet was vil ganz: 
die vedern wäm geslizen abe; 
dar an gehangen richiu habe, 
von silber bleter harte vil. 
gebunden was an islich kil 
von phäbes vedern ein koste guot." 
Die Legende des Siegels lautet: 
S - SIIGIIIhHRDI - COUP - TIROIH - 7 - GORICIH - FIQVID - TRIDII : BRIX" - HDVOCHTI - 
Dieselbe Gruppierung der Wappenmotive wie bei den Äbten Bernhard II. 
und Edmund zeigt der Wappenschild unter dem Abte Franz von Lachemayr 
(1699-1714), nur tritt hier an die Stelle des Lammes die Figur des heiligen 
Johannes, dem das Lamm als Begleittier beigegeben erscheint. Gegen das 
Ende des XVIII. Jahrhunderts wird das Wappenbild des heiligen Bernhard 
aus der Figurengruppe losgelöst und in einem separaten Schilde unter- 
" Für Görz Wlf er Meinhard IV.
	        

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