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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

 
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Wappenbild aber erst in viel späterer 
Zeit geführt hatten. Das alte Wappen 
der Burggrafen von Säben zeigt Abbil- 
dung 2, eine Seitenspitze im Schilde 
und einen mit I-Iahnfederbüscheln be- 
steckten Ring auf dem Helme. Der 
Schild mit den vier silbernen Spitzen 
Endet sich später in den Wappen der 
Säben zu Reifenstein und der Säben 
zu Velthurns. 
1. PRÄMONSTRATENSER. 
WI LTE N. 
Wappen: Schild durch eine eingebogene 
Spitze gespalten; vorn in Rot ein schräg- 
links liegender Rost, rückwärts in Rot 
drei 2, 1 gestellte Steine, in der grünen 
Spitze ein silberner Balken (Abb. 3). 
ln der Landeshauptstadt Innsbruck, 
am Fuße des Berges Isel, liegt das regu- 
Abb. 3. Reguliertes Prärnonstrntenser-Chor- _ __ _ 
herrenstift Wilten lierte Pramonstratenser-Chorherrenstift 
Wilten (Wiltau) -- Canonia Wiltinensis 
D. D. Canonicorum regularium ordinis S. Norberti Praemonstratensium ad 
S. S. Stephanum et Laurentium - das unter dem Bischof Reginbert von 
Brixen vom heiligen Norbert, Erzbischof von Magdeburg und Gründer des 
Prämonstratenserordens, 1128 für seinen neuen Orden eingerichtet worden war. 
Schon in sehr früher Zeit soll sich an dem Orte eine christliche Gemeinde 
befunden haben, deren Kirche, dem heiligen Laurentius geweiht, bereits 
gegen das Ende des VI. Jahrhunderts wegen hohen Alters als baufällig 
bezeichnet worden war. Auch eine Vereinigung von Klerikern bei dieser 
Kirche um das Jahr 770 läßt sich nach einem Berichte des Aribo in seiner 
Lebensbeschreibung des heiligen Corbinian vermuten. Später sollen sich 
dort Benediktiner niedergelassen haben, deren Kloster schließlich von Chor- 
herren bewohnt wurde, die aber ein wenig geistliches Leben geführt haben 
sollen. 
Bischof Reginbert von Brixen übergab das schon bestehende Kloster 
dem heiligen Norbert, der, auf einer Reise nach Rom begriffen, mit ihm 
zusammengekommen war, und stellte dasselbe für dessen neugestifteten 
Orden der Prämonstratenser zur Verfügung. Um das Jahr m28 wurde 
Marquard, ein Schüler Norberts, aus dem Kloster Roth in Württemberg als 
erster Abt in Wilten eingesetzt, das ebenfalls von Roth aus besiedelt wurde. 
Die neue Niederlassung wurde 1138 vom Papste Innozenz II. bestätigt und 
vom Bischof Reginbert überaus reich dotiert, so daß das Kloster für die 
Zukunft vollkommen gesichert war.
	        

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