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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 4)

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eines von Marcel Baschet. Etcheverry, ein sehr geschickter Maler, stellt zwei geschmack- 
volle Männerporträte aus. Dagnan-Bouveret und Francois Flameng sind zwei aus- 
gesprochene Lieblinge der maßgebenden Pariser Clientele für Porträtbestellungen. Am 
meisten Begeisterung erregt besonders bei älteren Leuten die Malweise von Gabriel 
Ferrier. „Wie ähnlich, wie greifbar, wie sprechend", hört man vor dem mit photo- 
graphischer Gewissenhaftigkeit ausgeführten Bildnis des bekannten Kunstsarnmlers 
Monsieur Sedelmeyer! Detaille, Gervex, Guinier, Maxence, Lauth, Weerts, Wencker, 
Dawant und viele andere, die ich übergebe, haben hier eine Fülle von Porträten geliefert, 
welche oft gar zu viel Konzessionen an den Geschmack des Publikums verraten. Die Laud- 
schaften von Doigneau, von Franc Lami, von Le Gout-Gerard und von Harrison sind wie 
immer vorzüglich. Unter den Bildhauern sind die Namen Denys Puech und Raoul Verlet 
besonders hervorzuheben. Th. de Kulmer 
PORZELLAN DER EUROPÄISCHEN F ABRIKEN. Als dritter Band der 
Bibliothek für Kunst- und Antiquitätensammler (Berlin, Carl Schmidt ä C0.) erschien 
kürzlich ein handliches Buch von Ludwig Schnorr von Carolsfeld über das Porzellan 
der europäischen Fabriken des XVIII. jahrhunderts, das als Einführung für Sammler und 
Liebhaber gedacht ist, sich also an weite kunstfreundliche Kreise wendet. Den Bedürfnissen 
dieser Kreise kommt eine das Wissenswerteste aus dem bezüglichen Gebiete in gefälliger 
Form zusammenfassende Übersicht auch nach Brünings vortrefflichem Handbuch (Hand- 
bücher der königlichen Museen zu Berlin, 1907) in der Tat entgegen. Die Spezialwerke 
über die einzelnen Manufakturen sind ja zu umfangreich und daher zu kostspielig, um in 
den weitesten Kreisen verdiente Verbreitung finden zu können. Das Hauptgewicht hat der 
Verfasser, wie natürlich, auf die Geschichte der deutschen Manufakturen gelegt (242 Seiten), 
auf die außerdeutschen Fabriken, auf das französische, englische, italienische, spanische, 
das holländische, belgische, dänische und russische Porzellan ist nur ganz kurz (auf 
23 Seiten) hingewiesen. x39 gute Abbildungen, zumeist nach Originalen aus dem könig- 
lichen Kunstgewerbemuseutn zu Berlin und 2 Markentafeln erhöhen den Wert des hübschen 
Buches. 
SPEMANNS GQLDENES BUCH DES THEATERS ist in einer ergänzten 
neuen Ausgabe erschienen (Verlag W. Spemann, Stuttgart, Preis 8 Mark). Beginnend 
mit der Geschichte des Theaters, der Schauspielkunst, der Oper Fährt der historische 
Teil zur Geschichte der Bühneneinrichtungen, der Theatergebäude, Dekorationen und 
Kostüme. Ein Teil behandelt die Praxis des Bühnenwesens, die Vorbereitung zur 
Bühnenlaufbahn. Die entsprechenden Kapitel sind reich versehen mit erläuternden 
Abbildungen. An 220 Biographien behandeln die Bühnengrößen der Gegenwart in Wort 
und Bild. Ein Kapitel über das Liebhabertheater vervollständigt das unterhaltende 
Buch. 
MICHELANGELO-MAPPEN DES KUNSTWARTS." vor diesen Mappen 
wird sich niemand der hohen Bedeutung der volkstümlichen Kunstwart-Tätigkeit 
verschließen können. In meisterhaften Reproduktionen legt Avenarius mit einer Einleitung 
die gigantischen Werke Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle vor. Dieselben bravou- 
rösen und viel bewunderten Deckenaufnahmen, die Domenico Anderson in Rom vor 
wenigen jahren im Auftrage des Deutschen Reiches durchgeführt hat, sind dem Kunst- 
wart zur Verfügung gestellt worden, und er hat diese und die nach dem jüngsten Gericht 
in großen Klischees reproduziert, die die hohe Stufe dieser Technik und ihren Wert selbst 
für subtile Betrachtungen schlagend erweisen. 
" Die Hauptbilder der Sixtinadecke. - Die Propheten und Sibyllen. - DIS jüngste Gericht.
	        

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