MAK

Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 5)

architektur und Steinplastik im Innenraum führt, ohne die mildernde Zugabe 
von Farbe und Stoffreiz. Wie in einem mit reichen jonischen Säulenstellungen 
geschmückten Schlafraum in Frain das schifförmig gebildete Bett frei auf 
ein Podium gestellt ist und nur durch einen kleinen an die Wand gehängten 
Stoffvorhang zu der kalten Architektur in Beziehung gebracht wird, das hat 
bei aller Naivität etwas Groteskes. 
Die Rückkehr zur Natürlichkeit, zur Einfachheit klassischer Ausdrucks- 
mittel hat dem Leben gegenüber in manchen Fällen ebenso versagt, wie 
früher die Unnatur der Pose, der geschraubten Vornehmheit. 
Es besteht kein Zweifel darüber, daß jene Innenräume der Josefinischen 
und Franziszeischen Zeit die wertvollste Ausgeglichenheit und Ruhe dort 
atmen, wo der prunkvollere von der Steinarchitektur entlehnte Stilapparat bei- 
seite gestellt 
ist und die aus- 
gezeichnete 
Durchbildung 
des Möbels, 
die treffliche, 
auf Benut- 
zung und 
Brauchbar- 
keit einge- 
stellte Aus- 
gestaltungal- 
ler Teile der 
Räume zum 
Ausdruck 
kommt. Hier 
nähern sich 
die vorneh- 
men Raum- 
bildungen 
fürstlicher 
Lebens- 
haltung den 
bürgerlichen 
Leistungen 
und zeigen 
eine gemein- 
same, auf In- 
nerlichkeit, 
Intimität und 
praktische 
Schloß Frain, Speisezimmer Tüßhtigkeit
	        

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