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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 5)

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Delfter Fayencen, hat daher nicht so Unrecht, wenn er in der Einleitung 
berichtet, daß das Delfter Porzellan in der Mitte des XVII. Jahrhunderts 
erfunden sei. Denn was man gemeiniglich unter Delfter Fayence versteht, 
die Imitation des chinesischen Porzellans, das nimmt zu dieser Zeit seinen 
Anfang. " 
PERSISCHE KUNSTFORSCHUNGSIP VON 
ERNST KUHNEL-BERLIN 50 
EBER Persien ist bereits eine Reihe vorzüg- 
licher Reisewerke bekannt, bei denen allerdings 
das Interesse an den Kunstdenkmälern nicht 
immer im Vordergrund steht, während andrer- 
seits ausgezeichnete Spezialforschungen über 
Architektur und Kunstgewerbe des Islams in 
diesen Gegenden glücklicherweise ebenfalls be- 
stehen, sich aber naturgemäß an einen verhältnis- 
mäßig kleinen Kreis von Interessenten wenden. 
In der vorliegenden Publikation" hat sich nun der 
Verfasser Mühe gegeben, über eine bloße Reiseschilderung hinaus die Ein- 
drücke, die er von der Gegenwart und der Vergangenheit des Landes und 
seiner Bewohner empfing, in abgeschlossener Buchform einem größeren 
Publikum mitzuteilen. Damit ist das Werk, was in dem allzu bescheidenen 
Titel nicht zum Ausdruck gelangt, geradezu als ein erschöpfendes Handbuch 
über die, vom Verfasser berührten Gebiete und in gewissem Sinne auch für 
das übrige Persien anzusehen. 
Die gleichsam enzyklopädische Aufgabe, die der Verfasser sich stellte, 
hat in den beiden ersten Bänden ihre Lösung gefunden. Zunächst wird ein 
eindrucksvolles Bild von der politischen und physikalischen Geographie 
Persiens, von den verschiedenen Zweigen der Verwaltung und ihrer Organi- 
sation sowie von der regierenden Kadjaren-Dynastie entworfen. In den 
folgenden Kapiteln werden Ackerbau, Handel und Industrie, Kultus und 
Unterricht, Landesverteidigung, Sitten und Gebräuche eingehend erörtert, 
wobei auch auf die Teppichindustrie, auf die Bauart der I-Iäuser und ähnliche 
Fragen interessante Streiflichter fallen. 
Der zweite Band ist hauptsächlich einer Darstellung der Kunst in 
Persien gewidmet, die in allen ihren Teilen, vornehmlich nach der dekora- 
tiven Seite hin, Berücksichtigung findet. Der Vorzug dieser Schilderung 
 
" Die mit Reproduktion Versluys bezeichneten Photos wurden mir von dem Herrn W. Versluys, dem 
Herausgeber des Werkes von P. Bremmer „Delftsch Aardewerk in het Rijksmuseum", einer Sammlung von 
10a vortrefflichen nicht retuschierten Lichtdrucken, in der liebenswürdigsten Weise zur Verfügung gestellt, 
wofür ich an dieser Stelle nochmals meinen Dank sage. 
'"' l-Ienry-Rene dßllemagne, Du Khurassan au Pays des Backhliaris. Trois mois de voyage en Perse. 
Paris xgrx, Hachetle et Cie. (4 Bände mit 960 Textabbildungen und 255 Tafeln.)
	        

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