MAK

Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 5)

 
K. k. Theresianische Akademie, Prunkzimmer (Wien) 
Franziszeischen Periode als Ausläufer und Abschluß erscheinen. Der barocke 
Schwung und der Klassizismus der Architektur sind bei diesen Räumen für 
ihre Charakteristik das Wesentliche, Intimität kommt selten zum Ausdruck. 
Wo das Möbel intimeren Charakter trägt, erscheint es ganz untergeordnet 
neben dem strengeren Aufbau der architektonisch konzipierten Raumbildung 
und Wandgestaltung. 
Man kann in den Perioden des starken Prunkes die deutliche Trennung 
intimerer Wohn- und Schlafräume von den Festräumen beobachten. Durch 
Unterteilung der großen Geschoßhöhen oder durch Einfügung von Zwischen- 
geschossen wurden die für intimere Bedürfnisse geeigneten Dimensionen 
gewonnen. Allerdings wurden solche eingeschobene Gelasse auch ent- 
sprechend dürftig ausgestattet und erhielten nie jenes Maß von Bequem- 
lichkeiten, welches heute sehr einfache Menschen beanspruchen, und 
selten einen Schmuck. Wo aber die großen Fluchten auch zu Schlaf- 
und Wohnzwecken dienten, da war das Schlafen und Wohnen auch keine 
intime Angelegenheit. Das Leben hoher Personen jener Tage gestattete 
kein Ausruhen von repräsentativen Pflichten, so lange man sich in 
seinem offiziellen Milieu befand. Man kann sich die Benutzung der vor- 
geführten Räume nur im Zusammenhang mit den geregelten zeremoniellen 
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