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fullscreen: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

Hieran reihen sich noch manche kleinere 
kunstgewerbliche Hausindustrien von unter- - 
geordneter Bedeutung, die gleichwohl der Be- ' 
achtung wert sind. 
Bei der Mehrzahl der Hausindustrien 
kunstgewerblicher Art der dritten Gruppe drängt 
sich uns die Wahrnehmung auf, daß dieselben 
an dem Mangel guter Vorbilder kranken. Wenn 
sich weiters die Arbeiter mit der Herstellung 
besserer Qualitäten befassen könnten, wären 
ihnen in den meisten Fällen günstigere Existenz- 
bedingungen gesichert. 
Es steht nun außer Frage, daß die Fach- 
schulen, welche an manchen Sitzen der Haus- 
industrie ins Leben gerufen wurden, diese ins- 
besondere in den letzten Jahren sehr günstig 
beeinflußt haben, doch ist die Schülerzahl im 
Vergleich zu der hausindustriell tätigen Bevöl- 
kerung eine ganz minimale, so daß das Gros 
der in dieser Produktion beschäftigten Arbeiter  
der sehr wünschenswerten künstlerischen und  
geschäftlichen Unterweisung entbehrt. 
Neben den Objekten der Hausindustrie 
sollen auch einzelne Gegenstände der Volks- 
kunst vorgeführt werden, die, ehedem haus- 
industriell erzeugt, heute der gewerblichen oder 
der industriellen Produktion angehören. 
An die Ausstellung dürfte sich eine Publi- 
kation reihen, die eine Darstellung der in 
Frage stehenden Zweige der Hausindustrie K _ h E t ff F E hm 
geben und den zu deren Hebung zu ergreifen- """"S"(;_f„„,f,j';; 8:33,49 w am 
den Maßnahmen zur Grundlage dienen soll. 
So verfolgt denn unsere Ausstellung manche bedeutungsvolle Ziele. 
Unseren Künstlern, kunstgewerblichen Zeichnern, professionellen Kunst- 
handwerkern dürften durch sie vielfache willkommene Anregungen gegeben 
werden. 
Die Ausstellung der für den Verkauf arbeitenden kunstgewerblichen 
Hausindustrie wird den Anstoß für verschiedene Verbesserungen und neue 
Schöpfungen seitens der Künstler und kunstgewerblichen Zeichner geben, 
die in der Hausindustrie Verwertung finden und zu deren Hebung beitragen 
werden. 
Unzweifelhaft also wird durch diese Ausstellung die Aufmerksamkeit 
kompetenter Kreise auf einen in seiner Bedeutung nicht selten verkannten 
Zweig der wirtschaftlichen Produktion gelenkt werden.
	        

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