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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 6 und 7)

emporgeschlagenen Augen einen unmög- 
lich gefärbten Himmel um den Gnadenstoß 
anzuHehen scheint. 
Maurice Denis' meisterhafte Kompo- 
sition „Goldenes Zeitalter", fünf große 
Wandgemälde, versetzt uns in das Mär- 
chenland des Glückes. Der Idealismus und 
die ernste Malart Denis' sind in derjetzigen 
realistischen Zeit der Modernisten eine 
angenehme Erfrischung. 
Unter den Bildnissen, welche wie- 
der in großer Zahl vertreten sind. finden 
wir wirklich hervorragende Leistungen. 
So bringt La Gandara einige Porträte, 
darunter jenes Linas Cavalieris und das 
seines Bruders, welche alle den Stempel 
seiner Eigenart tragen. 
Boldini erscheint mit vier äußerst Hott 
gemaltenBildern, welche viel Beifall finden, 
aber auch wegen der großen Oberflächlich- 
keit viel Widerspruch. 
Den berühmten Klaviervirtuosen 
Sauer stellt Albert Besnard vor dem Kla- 
vier nach beeridigtem Spiel, noch in höhe- 
ren Regionen schwebend, mit verklärtem 
Gesichtsausdrucke dar. Unter den Künst- 
Aussrellung der Kunstgewzrbeschule Wien. Blumen- 18m. der Monarchie tritt .der bekannte POP 
vase von Ludwig Schmidt (Werkstätte für Keramik. träust Läszlö mit zwei hervorragenden 
pmgßso, Mich, powolny) Bildern auf, von welchen besonders jenes 
der Herzogin von Rohan ungeteilten Beifall 
erntet. Auch das Porträt einer belgischen Baronin zeigt gleichfalls die hohen Qualitäten des 
Künstlers. Tade Styka, dieser junge Künstler mit hervorragenden Fähigkeiten, bringt in einer 
Familiengruppe die Porträte seines Vaters, jenes seines Bruders Adam und ein Selbst- 
porträt in wunderbarer Farbentechnik, eine schöne Komposition. 
Kunffys kräftig gemalte und gut studierte Zigeuner sind gut und mit viel Geschick 
aufgefaßt. 
Doblhof bringt ein lebensgetreues Porträt seiner Mutter. 
Bei den Bildhauern finden wir mehr oder weniger den übertriebenen Modernismus 
hervortreten. 
So ist E. A. Bourdelles „Penelope" ein gleich Zuloagas Arbeiten vielfach bekämpftes 
Werk. Die Riesengestalt Penelopes überragt alle andern dargebotenen Plastiken. Ob auch 
der geistige Wert dieser Statue so groß ist, wie dieser ihr vielfach zugeschrieben wird, 
dürfte erst die Zukunft lehren. Bourdelle scheint zu sehr von den Einflüssen der modernen 
Kunstauffassung geleitet oder besser gesagt verleitet zu sein. Bei der großen Begabung 
dieses Künstlers würde derselbe bei ernsterer Auffassung wahrlich Bewunderungswürdiges 
leisten können. 
Peter Roche bringt eine Porträtbüste des Bildhauers Dalon. und diese Arbeit sowie 
auch noch einige andere zeigen die Kraft und Fähigkeit des Künstlers. 
Ein sehr schön aufgefaßtes Darnenbildnis in Marmor ging aus der sicheren Hand 
Bartholomes hervor. 
"Den toten Fliegern" widmet L. de Mouard sein Können, indem er einen gefallenen 
Aviatiker darstellt, über dessen Kopf ein Adler seine Schwingen ausbreitet. Die Auffassung 

	        

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