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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 6 und 7)

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Erlebnisse zu führen. Und wie häufig diese Begabung ist, wie fertig schon 
in frühem Alter die Richtigkeit der Beobachtung und die Ausdrucksfähigkeit 
der Wiedergabe sein kann, das zeigt durch höchst reizvolle Beispiele diese 
Ausstellung. 
Die Kinder werden zu allen Techniken zugelassen; sie lernen alle Hilfs- 
mittel gebrauchen und lieben oft den großen Maßstab, die unbekümmerte 
farbige Aussprache. Knaben beschäftigt am meisten der Kampf, das Ritter- 
und Soldatenwesen, und so stellen sie auch besonders häufig Gefechte und 
Heldentaten dar. Mädchen denken an das schöne, heitere Leben in Gesellig- 
 
 
Fr hjahrsausstellung österreichischer Kunstgewerbe. Kredenz, Birnholz, schwarz poliert, mit Perlmunereinlagen 
und Holzschnitzarbeit, nach Entwurf von Regierungsrat Professor _Iosef Hoffmann, ausgeführt von j. Soulek 
 
keit und Freude. Sie bringen Feste und Familienszenen zur Darstellung. 
Viele beobachten ihre Umgebung genau und vermögen dann aus dem Ge- 
dächtnis Bauwerke, Landschaften mit Sicherheit wiederzugeben; diese sach- 
liche Genauigkeit erreicht in einigen Modellen einen erstaunlichen Grad. Bei 
andern ist das Phantasieleben stärker entwickelt, sie erfinden und erzählen 
in ihrer Art. Und diese Art ist so mannigfaltig wie die äußeren Eindrücke, 
die auf das Kind wirken. Daß oft auch der Nachahmungstrieb eine große 
Rolle spielt, ist selbstverständlich. Aber auch der Gestaltungstrieb ist in 
manchen Kindern sehr lebendig, sie vermögen mit primitiver handwerklicher 
Fertigkeit sehr wirkungsvolle Arbeit zu leisten, Perlarbeiten, keramische und 
Holzarbeiten zeugen davon. Wie aus den Arbeiten primitiver Völker, so 
vermag der reife Künstler auch aus den naiven und unbekümmerten, aber
	        

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