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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 8 und 9)

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Varaw wer der je ist, dieselb wappen 
nun hinfür ewiglich zu des bemalten 
Gotfhaus zu Varaw notdurffti in 
Insigeln pedfthaden vnd zu allen 
anndern erbern sachen, nutzen vnd 
brauchen sol vnd mag, an aller- 
meiniglichs Irrung vnd hindernuß 
vngeuerlich. Davon gebieten wir, 
allen vnd jeglichen Fürsten geist- 
lichen vnd weltlichen, Haubtleuten 
landvogten, Grauen, freyen Herren, 
Rittern und Knechten, Stathaltern 
Vitztumben , Erhalten, Perseuantzen 
Phlegern, Burggrauen, Schultheis- 
sen, Burgermaistern, Richtern, Re- 
ten, Burgern, Gemainden, vnd allen 
anndern vnsern vnd des heiligen 
Reichs, auch vnß erblichen lannd 
vnd Fürstentumb vntertanen vnd 
getrewn, in was wesen stannd oder 
XÄÄZTÄfjfiimiziiifllvllftiililli  3' Wim3;:?;i::.,Y;::,;:;,:;m  
licher macht ernstlich vnd vestigilich 
das Sy den obgenanten Probst zu Varaw sein nachkomen vnd Gotfhaus die 
vorgeschriben Wappen nutzen vnd brauchen lafß, in aller maß, als oben gemelt 
ist, an all Irrung vnd Hindernuß, an geuerde das mainen wir ernstlich Mit 
vrchund des briefs beiiegelten mit vnfr kayserlichen maiestat anhangundem 
Insigel. Der geben ist ze Grätz an Suntag nach sannd Veitstag Nach Christi 
geburde im Viertzehenhundert vnd Drewundfunftzigisten Vnsers Reichs im 
Viertzehenten vnd des Kaysertumbs im andern Jaren." 
Das diesem Wappenbrief eingemalte Wappen zeigt die Abbildung 3 
in seiner Originalgröße. Die Malerei ist, wie man sieht, keine besonders 
kunstvolle und läßt in jeder Beziehung ziemlich viel zu wünschen übrig. 
Die im „Steiermärkischen Wappen Buch" von Zacharias Bartsch (1567) 
erscheinende Zeichnung des Wappens der Propstei Vorau (Varaw), siehe 
Abbildung 4, ist einigermaßen besser in der Form, weicht aber in der Farben- 
gebung vom Original im Wappenbrief etwas ab. In den kolorierten Exem- 
plaren des Wappenbuches trägt der heilige Thomas nicht ein weißes Kleid 
wie im Wappenbrief, sondern einen grünen Rock und einen roten Mantel, der 
Klauflügel der Prambeck zeigt keine gelbe Klaue, sondern ist total schwarz 
gefärbt. Gewissermaßen als kleines Wappen des Stiftes wurde sehr bald der 
Klauflügel allein in Verwendung genommen, das wenig heraldische Bild des 
ungläubigen Thomas dem Siegel überlassen. S0 Findet sich der Klauilügel 
allein bereits im Siegel des Propstes Virgil Gambs (1500-1507). 
 
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