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Full text: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 8 und 9)

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Abt Gotthard war auf wissenschaftlichem, kulturellem und humanitärem 
Gebiete äußerst tätig, aber er ließ sich nur zu häufig in geschäftliche Unter- 
nehmungen ein, denen er nicht gewachsen war und die dem Stifte statt 
Nutzen Schaden brachten, auch erlaubte er sich Veräußerungen und 
Belastungen ohne Einwilligung des Kapitels vorzunehmen, wodurch sich 
die ohnedies gereizte Stimmung gegen ihn noch verschärfte, die endlich am 
9. Jänner x818 seinen Rücktritt herbeiführte. Das Stift war finanziell wieder 
sehr herabgekommen, und die auf Abt Gotthard folgenden Administratoren 
schienen den Untergang nicht aufhalten zu können. Der Passivstand des 
Klosters hatte die enorme 
Höhe von 960.000 Gulden 
erreicht. Im Jahre 183g 
wurde der damalige Ad- 
ministratorBenno Kreilzum 
Abte gewählt, unter dem 
sich das Stift wieder etwas 
erholen konnte. 
Unter seinem Nach- 
folger, Abt Karlmann 
I-Iieber(1863-I868), traf 
nun das Stift Admont 
ein furchtbar schwerer 
Schlag. Im Markte Ad- 
mont war am Abend des 
27. April 1865 ein Brand 
gelegt worden, der auf 
das Stift übergriff und es in 
Asche legte. Das Hauptar- 
chiv, die reichen Sammlun- 
gen und so weiter gingen 
dabei zugrundlä nur  Abb. 8. Benediktiner-auf: St. Lambrecht 
wertvolle Bibliothek konnte 
zum Glück erhalten werden. Admont, das im Laufe der Zeiten einen großen 
Bestand an Waldungen durch Schenkungen und Kauf an sich gebracht, 
hatte wegen dieses seines Besitzes viel zu leiden und zu kämpfen, weil jeder- 
mann, Fürst, Land und Gewerke, dem Stifte bei jeder sich bietenden Gelegen- 
heit so viel als nur möglich entreißen wollte. Erst am 14. September 1871 
wurde der durch Jahrhunderte geführte Kampf in der Wälderangelegenheit 
durch einen Ausgleich mit der Innerberger Aktiengesellschaft als Rechts- 
nachfolgerin der ehemaligen Hauptgewerkschaft zu einem Abschluß gebracht 
und hoffentlich für immer beendet. 
Das älteste bekannte Siegel des Stiftes war jenes des Abtes Isenrik 
vom Jahre 1186 gewesen, das aber leider bei dem Brande im Jahre 1865 
zugrunde ging, doch ist das des Abtes Rudolf II. von zirka 1195 mit der 
 
 
 
 
 
  
  
  
 
 
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