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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 8 und 9)

Beweise ihres Talentes und ihres schöpferischen Wirkens gegeben haben. Die an das 
Stiftungskuratorium gerichteten Gesuche sind bis längstens 12. Oktober 1912 im Ein- 
reichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 
II. Stock, zu überreichen. Die Gesuche sind rnit dem Geburts- und dem Heimatsschein, 
sowie mit Fachzeugnissen und einem Curriculum vitae, welches den Studiengang, die 
derzeitige Beschäftigung, die Vermögens- und Familienverhältnisse des Bewerbers in 
klarer Weise darzustellen hat, zu belegen. l 
WIEN. KIRCHLICHE FÄCHAÜSSTELLÜNG. Anläßlich des im September 
in Wien tagenden Eucharistischen Kongresses lindet in den seitens des niederöster- 
reichischen Landesausschusses zur Verfügung gestellten Räumen des Musterlagers der 
niederösterreichischen Landesgewerbeförderung, Wien, I., Giselastraße 2, r. Stock, eine 
Ausstellung statt, die in erster Linie Erzeugnisse des heimischen Kunst- und Klein- 
gewerbes, das ist Kirchengeräte, Wallfahrtsartikel, Paramente, Stoffe für kirchliche Zwecke 
und sonstige der Kirche und christlichen Andacht dienende Artikel zur Vorführung bringt. 
ALT-MÜNCHNER GOLDSCHMIEDE VON MAX FRANKENBURGER." 
Als höchst dankenswerte Frucht vieljähriger unermüdlicher Forscherarbeit bietet 
Frankenburger in dem ersten Teile seines Buches die auf gründliche archivalische Studien 
unter sorgfältiger Berücksichtigung der gesamten einschlägigen Literatur ausgezeichnet 
aufgebaute und mit sichtlicher Begeisterung für den Gegenstand geschriebene erstmalige 
Darstellung der geschichtlichen Entwicklung des Goldschmiedegewerbes in München seit 
der Gründung der Stadt durch Heinrich den Löwen bis zum Beginne des XlXJahrhunderts. 
Der zweite Teil des Werkes enthält eine alles erreichbare Material aus der Literatur und 
aus ungedruckten archivalischen Quellen knapp zusammenfassende chronologische 
Aneinanderreihung biographischer Nachrichten über sämtliche Münchner Goldschmiede 
seit dem Jahre m92 bis zum ]ahre 1800, nebst genauen Nachbildungen ihrer Marken 
und Aufzählung ihrer nachweisbar noch vorhandenen Arbeiten (505), der dritte einen 
Anhang der für die Geschichte der Münchner Goldschmiedekunst wichtigsten, Urkunden 
(darunter die Ordnungen aus dem XIV. bis XVIII. jahrhundert), die Abbildungen der 
Beschauzeichen und eine alphabetisch geordnete Liste der Meistermarken, durch welche 
die bezügliche Aufstellung bei Rosenberg mehr als verdoppelt erscheint. Sorgfältig 
gearbeitete Personen-, Orts- und Sachregister erleichtern die Benutzung der schönen, 
verdienstvollen Arbeit, der x32 vorzügliche Abbildungen nach zum großen Teil bisher 
unveröffentlichten Originalen noch erhöhte Bedeutung geben. 
DIE GQLDSCHMIEDEKÜNST. F.  MERKEL." Die Nummer x5 der 
Kunstzeitschrift „Die Goldschmiedekunst" ist in ihrem illustrativen Teil E]. Merkel 
gewidmet. Von Wiener Künstlern in Deutschland vorgebildet (Olbrich, Benirschke), hat 
Merkel in Wien selbst seine Ausbildung vollendet und repräsentiert dadurch eines jener 
Talente, welche, gefesselt durch die Anziehungskraft der Wiener Schule, die Wiener Art 
in sich aufgenommen haben, obwohl sie nicht dem Wiener Boden entstammten. 
Der größte Teil der vorgeführten Arbeiten Merkels besteht in Entwürfen, in Zeich- 
nungen, eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Lichtbildern bringt ausgeführte Arbeiten. 
Es ist ein gutes Zeichen für die Qualität der Leistungen, daB das Heft trotzdem einen 
fesselnden und anregenden Eindruck macht. Allein durch den Reiz des Umrisses, 
den feinen Linienschwung wirken seine Gefäßformen. Allein durch den Bächen- 
füllenden Reiz des Linienornaments wirken seine Schmucksachen. Man empiindet den 
Wert einer modernen Kultur in dieser klaren, entwickelten Formensprache, die sich so 
"' Die Alt-Münchner Goldschmiede und ihre Kunst. Von Max Frankenburger. Mit 13: Abbildungen. 
München, F. Bruckmann A. G. igiz. 8'. VI, 543 S. 24 Mark. 
i" Leipzig, Verlag von Herrn. Schlag Nacbf.
	        

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