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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 8 und 9)

einfach und bescheiden gibt und doch so viel Können und Sicherheit im Bilden und 
Gestalten aufweist. Man fühlt sich überzeugt, daß die tüchtige Ausführung in Wirklichkeit 
den Eindruck wesentlich steigert, den die Zeichnung verspricht. 
IE DURCI-IGEISTIGUNG DEUTSCHER ARBEIT. "i Der Deutsche 
Werkbund hat für das Jahr 1912 sein erstes Jahrbuch erscheinen lassen und den 
Titel „Durchgeistigung deutscher Arbeit" dafür gewählt. Überall, wo ernste Künstler und 
Männer des Gewerbes am Werke sind, den Lebensbedürfnissen unserer Zeit Gestalt zu ver- 
leihen, regt sich der Wunsch nach Rückgewinnung jener „Innigkeit" des Gestaltens, welche 
das Handwerk und die Kunst unserer Vorfahren geadelt hat, sowie nach der Entwicklung 
und Anwendung der modernen technischen Errungenschaften zur Steigerung der Voll- 
kommenheit unserer Erzeugnisse. „Beide Wünsche treffen sich im Begriff der Qualitäts- 
arbeit. Denn nicht nur technische Wohlgeratenheit ist das Merkmal der Qualität, sondern sie 
kommt erst zustande durch den geistigen Hauch, der die Arbeit adelt und selbst dem ein- 
fachsten Gebrauchsgegenstand an seiner bescheidenen StelleAchtung und Liebe verschafft." 
In diesem Sinne haben Künstler, Industrielle, Kaufleute, vorwiegend aber Praktiker 
ihre Erfahrungen und Anschauungen auf verschiedenen Gebieten der Arbeit in mannig- 
faltigen Richtungen der Fortentwicklung zusammengefaßt. 
Sie haben über die Ziele des Bundes im allgemeinen und seine Betätigung auf ein- 
zelnen Gebieten Berichte verfaßt und wichtige Fragen einzelner Arbeitsgebiete näher 
beleuchtet. Endlich ist eine Auswahl von Abbildungen mehrerer bisher im Sinne der 
Ideen des Bundes vollendeter Arbeiten seiner Mitglieder beigeschlossen, die das 
geschriebene Wort zu illustrieren vermögen. Das Buch ist in Ausstattung und Inhalt vor- 
züglich und sehr geeignet, aufklärend und fördernd zu wirken. 
IE KRANKE DEUTSCHE KUNST." Die anonyme Broschüre, welche sich 
als Nachtrag zu Rembrandt als Erzieher bezeichnet, ist offenbar von jemandem 
geschrieben, der zu den kräftigen Trieben, zu den gesunden Entwicklungsvorgängen im 
deutschen Kunstleben unserer Tage keine inneren Beziehungen fühlt und ihr darum kein 
Vertrauen schenkt, insbesondere die Entwicklung unseres Kunstgewerbes gänzlich unter- 
schätzt. Gewiß ist das hohe künstlerische Niveau, das vergangene jahrhunderte, das abge- 
schlossene Kulturen früherer Zeiten aufwiesen, den eben wieder neu erwachenden künst- 
lerischen Kräften ein überragendes Beispiel, das aber eben dadurch, daß es so weit von der 
Gegenwart abliegt, als Maßstab nicht tauglich ist. Man hat heute mit dem Hochstand von 
Wissenschaft und Technik und mit dem Niedergang des abgeschlossenen Volkstums, mit 
dem Abbrechen von Traditionen zu rechnen. Wir haben neu zu beginnen und haben auch 
schon geraume Zeit begonnen, an neuen Werten zu schaffen, den Ausdruck unseres Zeit- 
geistes in künstlerischem Sinne festzulegen. Man möchte immer wieder die Worte eines 
jener großen Künstler zitieren, die den Deutschen so oft in den Weg gelegt werden: man 
möge sich doch lieber der Kerle freuen, die unsere Zeit hervorgebracht hat, als nutzlose 
Vergleiche zu ziehen. 
Nicht das Klagen um Verlorenes hat erzieherischen Wert, sondern die Förderung 
vorhandener Fähigkeiten, Triebe und Kräfte, die zu fühlen und zu erkennen vielleicht nie 
schwieriger war wie heute. Um so höher sind die wenigen zu werten, die in der Zer- 
fahrenheit des XX. jahrhunderts den Weckruf einer neuen Zeit verstanden. Diese freuen 
sich, heute sagen zu können, daß eine neue gesunde Kunst im Entstehen begriffen ist. 
AS SCHI.AFZIMMER.""'"' Als Einzelband von Alexander Kochs Handbuch neu- 
zeitlicher Wohnungskultur ist ein Überblick über die verschiedenartigsten Aus- 
bildungen des modernen Schlafzimmers in Form einer anregenden Bildersammlung 
" Jena, Verlag Eugen Diederichs. 
" Leipzig, Verlag K. A. Ludwig Degener. 
"f Darmstadt, Verlag Alexander Koch.
	        

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