MAK

Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 8 und 9)

erschienen. Es sind zirka 300 Raumschöpfungen vereinigt, allerdings ohne nach irgend- 
einem übersichtlichen Schema geordnet zu sein, ohne Grundrisse mit Raummaßen und 
Raumgrenzen zu bieten, ohne in deutlicher Trennung die Geschmacksrichtungen und die 
immerhin voneinander abweichenden Variationen der Bedingungen erkennen zu lassen, 
welche für die Raumausnutzung und den Reichtum der Ausstattung maßgebend waren. 
Es hätte den Nutzen des Werkes erhöht, wenn der große Vorrat an guten und vielfach 
auch einwandfreien Arbeiten eine strengere Sichtung und auch eine planvollere, lehr- 
reichere Anordnung erfahren hätte. Abgesehen von diesen bei der Raschheit des 
Erscheinens heute so häufigen Publikationsmängeln bildet das Gebotene eine Fülle 
anregender Einblicke in das bisher Erreichte. Es ist für Österreich erfreulich, so zahlreiche 
Arbeiten der Wiener Schule vorzufinden und ihre treffliche Qualität neben den besten 
ausländischen Arbeiten konstatieren zu können. Es ist höchst befriedigend, eine so große 
Zahl verschiedenartiger neuzeitlicher Raumgestaltungen aus einer im Grunde sehr wenig 
steigerungsfähigen Aufgabe entwickelt zu sehen. Es ist dem Verlage auch für die löbliche 
Absicht Erfolg zu wünschen, den in Zeitschriften angesammelten wertvollen Schatz an 
Bildungsmaterial durch Einordnung in Raumgattungen in nutzbringender Art zusammen- 
zufassen. Sie wird dem Künstler, dem Gewerbetreibenden wie dem Rat suchenden Laien 
stets willkommen sein. 
VERWALTUNGSBERICHT DES KONIGLICH PREUSSISCHEN 
LANDESGEVVERBEAMTES X912. Der vorliegende stattliche Band umfaßt 
eine zweijährige Periode des gewerblichen Unterrichtswesens in Preußen. Er behandelt 
die gewerblichen und kaufmännischen Fortbildungsschulen, Handelsschulen, die Fach- 
schulen für Förderung der Hausindustrie, für Kunstgewerbe und Handwerk, für das Bau- 
gewerbe, für Metallindustrie und das Textilfach und endlich die Gewerbeförderung. Zahl- 
reiche Referate behandeln Erläuterungsberichte zu Gesetzvorschlägen. 
Die Lehrpläne der Schulen geben über Ziele und Wege Aufschluß, während die 
Tabellen erreichte numerische Erfolge zusammenfassen. 
Die große Zahl der vorhandenen Anstalten (es sind unter andern 24 königliche 
Baugewerkschulen in Preußen) ist durch die große Zahl von industriereichen Städten im 
Lande erklärt, deren Aufblühen wirksam gefördert wird. Die staatlichen Aufwendungen 
für den gewerblichen Unterricht betrugen im Jahre ign rund 13 Millionen Mark. Die 
Zahl der Schüler an gewerblichen Fortbildungsanstalten war im Jahre xgxo bereits 34r.ooo, 
während die kaufmännischen Fortbildungsschulen von 52.000 Schülern und Schülerinnen 
besucht wurden. Die Kunstgewerbeschulen sind in der Regel mit Handwerkerschulen in 
Verbindung. Von 40 derartigen öffentlichen Anstalten werden nur sechs vom Staate allein 
erhalten, die andern werden subventioniert. 
Die übersichtliche Anordnung des Bandes gestattet eine rasche Orientierung über die 
komplizierte Materie, der offenbar große Aufmerksamkeit und Sorgfalt zugewendet wird. 
ELTI-MAPPE DES „KUNSTWARTWF Zu Albert Weltis 50. Geburts- 
tage hat der Kunstwart kürzlich die bereits vergriffene Welti-Mappe in neuer, 
schönerer Auflage erscheinen lassen. Wer den Schweizer Künstler, der zuletzt für den 
Berner Bundespalast monumentale Wandgemälde begann, in seiner intimen Eigenart liebt, 
wird an der reich mit farbigen Bildern geschmückten Mappe seine Freude haben. Aber 
auch ganz neue Freunde wird diese dem Künstler werben, der so viel Innigkeit und Wärme 
des Emphndens mit einer reichen Phantasie verbindet. Sein inneres Erleben ist mannig- 
faltig und stark; die Kunst, dieses Erleben auszudrücken, ist nicht immer von äußeren 
Einflüssen frei. Abhängigkeit von seinem Lehrmeister Böcklin, dann wieder von dem 
früheren Klinger ist namentlich in den Jugendarbeiten Weltis unverkennbar. Er sucht, wie 
einst die Romantiker, eine ganze Welt in dem Rahmen eines Bildes zusammenzuschließen 
' München, bei Georg D. W. Callwey im Kunstwart-Verlage.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.