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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 10)

Quaglio geschaffen. 1683 wird Schönbrunn von den Türken zerstört. Im 
Jahre 1695 entwirft Kaiser Leopold den Plan, hier für seinen Sohn Josef 
einen Sommerpalast zu errichten, der, ein Gegner der italienischen Bau- 
meister, die Auftragserteilung an Fischer von Erlach durchsetzt. Bekannt 
und publiziert sind die ursprünglichen Projekte und der schließliche Bau 
Fischers, welcher zunächst das Schloß auf der I-Iöhe der späteren Gloriette 
plante, ein prachtvoller Gedanke, den er jedoch aufgeben mußte, um das 
Schloß unten am Flusse zu errichten. Dieses zweite Fischersche Projekt, das 
uns im Stiche erhalten ist, zeigt schon den gegenwärtigen Grundriß, nur 
mit dem Unterschiede, daß der Mitteltrakt keine Durchgangshalle, sondern 
eine monumentale Stiege, ferner kein drittes Stockwerk, eine offene Loggia 
und durchaus Rache mit Statuen geschmückte Dächer aufweist. Daß urn 1700 
noch nach diesem Plane ' 
gebaut wurde, geht aus 
der uns erhaltenen Me- 
daille von Wolfgang 
hervor. Am I.]uni 1700 
fand im großen Hofe 
von Schönbrunn ein 
berühmtes Turnier statt. 
Nach dem Tode des 
Kaisers wurde der Bau 
eingestellt. Das Schloß 
wurde Eigentum der 
Kaiserinwitwe Wilhel- 
mine Amalie und 1728 
an Kaiser Karl VI. zu- 
rückverkauft. Wie viel 
vom Fischerschen Plane 
zur Ausführung gelangt 
ist, läßt sich nicht mit 
aller Bestimmtheit sa- 
gen, gewiß aber ist das 
Parterre und der größte 
Teil des ersten Stock- 
werkesnachdenFischer- 
schen Gedanken aus- 
gebaut gewesen. Schon 
Karl VI. betraute Niko- 
laus Pacassi mit der 
Fortsetzung des Baues, 
sie wurde aber erst x744 
begonnen und war 1747 
noch nicht vollendet, Kapellengitter in a" Dominikanerkirche Maria Rotonda, Wien
	        

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