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Volltext: Monatszeitschrift XV (1912 / Heft 10)

Auflösungsstadium, an welches sich unter 
neuen klassizistischen Einwirkungen ein völlig 
veränderter Aufbau der Kunst anschließt. Der 
Maria Theresien-Stil ist also im Zusammen- 
hange mit der Kunst Karls VI. wie mit dem 
Joselinischen Stile zu betrachten, welchem der 
zweite Teil dieser Abhandlung gewidmet sein 
wird. Der Geburtstag der österreichischen 
Barocke ist die Schlacht am Weißen Berge. 
Die politischen und sozialen Folgen dieses 
denkwürdigen Ereignisses bestimmen wesent- 
Büchse vom Nachklang der Kaiserin lich dieGrundlagen der österreichischenKunst 
"am The'fälj;mff;jujl')"on "omanöck des xvn. und xvm. Jahrhunderts. War das 
romanische Wien eine Schöpfung der Fürsten 
und der Kirche, das gotische Wien vornehmlich die Schöpfung des erstarkten, 
leistungsfähig und selbstbewußt gewordenen städtischen Bürgertums, und 
wurde die Renaissance, soweit sie in Österreich überhaupt zur Geltung kam, 
hauptsächlich gefördert durch den protestantisch gewordenen böhmischen 
und deutschen Adel, 
und zwar auf den 
Schlössern und nur 
wenig in den Städten, 
so" ist die Barocke 
in ganz Österreich 
fast ausschließlich ein 
Werk des Hofes, des 
durch die Gegenrefor- 
Ämation regenerierten 
Adels und der mit 
neuer Organisation 
und neuen künstleri- 
schen Impulsen und 
Absichten ausgestatte- 
ten katholischen Kir- 
che. Die österreichi- 
sche Barocke ist der 
künstlerische Ausdruck 
der Ferdinandeischen 
Staatsidee, welche an 
Stelle des föderalisti- 
schen ein nach innen 
und außen starkes 
zentralistischesKaiser- 
 
 
_ Spiegel vom Nachtzeug der Kaiserin Maria Theresia, von Anton Dom:- 
tum aufbauen will, um nöck (Hcfmuseum)
	        

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